Lehmans Matthew Lee und die verschwiegenen Bauernopfer der Finanzkrise

Nur am Rande sind die Medien in ihrer Berichterstattung über den sogenannten Valukas Bericht eingegangen auf Matthew Lee eingegangen. Lee, Senior Vice-President in Lehman’s Finance Division, warnte nämlich intern vor der Buchhaltungspraxis, die die Zahlen von Lehman besser darstellte, als sie tatsächlich waren. Zu Unrecht wird er als Whistle-Blower dargestellt, denn selbstverständlich darf und muss man intern auf kritische Sachverhalte hinweisen. Mitarbeiter des Wall Street Journals jedenfalls haben die 2.200 Seiten des Valukas-Berichtes (über diesen Beitrag zu erreichen) gelesen und gefunden, dass Lehman Matthew Lee kurz nach seiner internen Warnung gefeuert hat.

Der Lehman-Veteran Lee, der im Juni 2008 gefeuert wurde, war übrigens längst nicht das einzige “Opfer”. Unzählige Mitarbeiter in Banken weltweit haben auf die Risiken hingewiesen, auch in vielen deutschen Instituten. Ein Teil der Mitarbeiter, die ihre kritische Position nicht zurücknehmen wollten, hat in der Folge den Job verloren oder wurde im besten Fall intern versetzt. Die Karriere jedenfalls war in vielen Fällen stark beschädigt. Leider werden solche Fälle in der Öffentlichkeit relativ selten aufgegriffen. Das mag auch daran liegen, dass kaum jemand als kritischer Mahner seinen Namen in der Presse lesen will.

Viel mehr Artikel zur Bankenkrise insgesamt hier und wer sich noch einmal an die Finanzkrise erinnern möchte, der kann dies anhand dieser Mindmap tun.

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