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	<title>BLOGGERFORUM-WIRTSCHAFT.DE &#187; Journalismus</title>
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	<description>1. Netzwerk deutschsprachiger Business-Blogger</description>
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		<title>Social Media Barometer 2012</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 15:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Korus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Networking - Empfehlungen im Freundeskreis - Anregungen - Kritik - nie zuvor hatten Kunden soviel Macht wie heute. Wer vernetzt ist, kann Wellen der Begeisterung oder der Empörung auslösen &#8211; jeder einzelne hat plötzlich Einfluss. Was aber, wenn Firmen darauf keine oder nur späte Antworten haben? Wie können Unternehmen heute noch besseren oder ganz anderen Service liefern -und wie nutzen Unternehmen hierfür Social Media? Die Unternehmen KORUS CONSULT und MIPLETS, Experten für Social Media as a Service, Konversationskampagnen und interaktive Landeseiten, wollen das jetzt für die DACH-Region mit einer Online-Umfrage herausfinden. Wie wichtig ist Social Media tatsächlich für Unternehmen in Deutschland, Österreich in der Schweiz? Wieviel Zeit wird dafür verwandt, was haben die bisherigen Aktivitäten gebracht? Wo sehen Unternehmen die größten Herausforderungen, wo die größten Chancen? Welche negativen Erfahrungen gibt es mit Social Media, in welchem Umfang nutzen Unternehmen professionelle Monitoring-Tools? &#8220;Aus den USA, aus Großbritannien zum Beispiel gibt es hierfür schon sehr gute Erkenntnisse. In Deutschland fehlen bislang qualifizierte Daten, die einzelnen Unternehmen als Benchmark und damit Entscheidungshilfe für die eigene Strategie dienen könnten,&#8221; so die Initiatoren Detlef Korus und Bonka Roustcheva. &#8220;Wir wollten einfach eine Diskussionsgrundlage haben, die das Social Web aktiv miteinbindet und gleichzeitig eine Art Impuls zu einer weiterführenden Debatte geben kann.&#8221; Qualifizierte Daten seien zwar bei größeren Meinungsforschungsinstituten durchaus vorhanden. Allerdings seien diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
<a rel="nofollow external" target="_blank" href="http://www.google.com/reader/link?url=http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/social-media-barometer-2012/&title=Social Media Barometer 2012&srcURL=http://worpdressapi.com/">
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</a>
</div><div class="wp-caption alignleft" style="width: 430px"><a href="http://www.miplets.de/korus-consult/SocialMediaBarometer.html"><img class=" " title="Social Media Barometer DACH-Region 2012" src="http://www.miplets.de/korus-consult/Social%20Media%20Barometer_Banner.jpg" alt="Social Media Barometer 2012" width="420" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Umfrage von KORUS CONSULT und MIPLETS</p></div>
<p><strong>Networking</strong> - <strong>Empfehlungen</strong> im Freundeskreis - <strong>Anregungen</strong> - <strong>Kritik</strong> - nie zuvor hatten Kunden soviel Macht wie heute. Wer vernetzt ist, kann Wellen der Begeisterung oder der Empörung auslösen &#8211; jeder einzelne hat plötzlich Einfluss. Was aber, wenn Firmen darauf keine oder nur späte Antworten haben?</p>
<div>Wie können Unternehmen heute noch besseren oder ganz anderen Service liefern -<strong>und wie nutzen Unternehmen hierfür Social Media? </strong>Die Unternehmen <a title="PR 2.0 - Hybridmarketing" href="http://korus-consult.com/" target="_blank"><strong>KORUS CONSUL</strong>T</a> und <strong><a title="Zielgenaue Landeseiten" href="http://miplets.de/" target="_blank">MIPLETS</a></strong>, Experten für Social Media as a Service, Konversationskampagnen und interaktive Landeseiten, wollen das jetzt für die DACH-Region mit einer <a title="Social Media Barometer 2012 für die DACH-Region" href="http://www.miplets.de/korus-consult/SocialMediaBarometer.html" target="_blank"><strong>Online-Umfrage</strong> </a>herausfinden.</div>
<p>Wie wichtig ist Social Media tatsächlich für Unternehmen in Deutschland, Österreich in der Schweiz? Wieviel Zeit wird dafür verwandt, was haben die bisherigen Aktivitäten gebracht? Wo sehen Unternehmen die größten Herausforderungen, wo die größten Chancen? Welche negativen Erfahrungen gibt es mit Social Media, in welchem Umfang nutzen Unternehmen professionelle Monitoring-Tools?</p>
<p>&#8220;Aus den USA, aus Großbritannien zum Beispiel gibt es hierfür schon sehr gute Erkenntnisse. In Deutschland fehlen bislang qualifizierte Daten, die einzelnen Unternehmen als Benchmark und damit Entscheidungshilfe für die eigene Strategie dienen könnten,&#8221; so die Initiatoren <a href="https://www.xing.com/profile/Detlef_Korus" target="_blank">Detlef Korus</a> und <a href="https://www.xing.com/profile/Bonka_Roustcheva" target="_blank">Bonka Roustcheva</a>. &#8220;Wir wollten einfach eine Diskussionsgrundlage haben, die das Social Web aktiv miteinbindet und gleichzeitig eine Art Impuls zu einer weiterführenden Debatte geben kann.&#8221; Qualifizierte Daten seien zwar bei größeren Meinungsforschungsinstituten durchaus vorhanden. Allerdings seien diese Daten oftmals nur zu hohen Kosten nutzbar.<form method="post" action=""><input type="hidden" name="ip" value="38.107.179.222" /><p><label for="s2email">Your email:</label><br /><input type="text" name="email" id="s2email" value="Enter email address..." size="20" onfocus="if (this.value == 'Enter email address...') {this.value = '';}" onblur="if (this.value == '') {this.value = 'Enter email address...';}" /></p><p><input type="submit" name="subscribe" value="Subscribe" />&nbsp;<input type="submit" name="unsubscribe" value="Unsubscribe" /></p></form>
</p>
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		<title>WikiLeaks vs. Wall Street: Kommt es wirklich zu einem Showdown, der eine Bank in die Tiefe rei&#223;t?</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 20:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>delsner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bank of America]]></category>
		<category><![CDATA[Goldman Sachs]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Spannung der Wirtschaftsmedien steigt. Am Freitag fragte der TV-Sender CNBC bereits: Is Wikileaks About to Release Its Bank Cache? Die größte US-Bank, die Bank of America, gehört bekanntlich zu den Finanzinstituten, denen für Anfang dieses Jahres angekündigten neue Enthüllungen gelten sollen. Neben der US-Großbank, über die WikiLeaks laut eigenen Angaben Daten die Festplatte eines Geschäftsführers besitzen soll, könnten, so wird in Netzkreisen spekuliert, Goldman Sachs oder die Citibank das Ziel der Veröffentlichung vertraulicher Daten sein. Der Ausschuss des US-Kongresses zur Aufarbeitung der Finanzkrise etwa hatte Goldman Sachs um Dokumente gebeten hatte und hat anschließend mehrere Terabyte an Daten erhalten hat. Ob darin brisante Informationen schlummern ist allerdings nicht bekannt. Assange selbst hat kurz vor Weihnachten bestätigt, WikiLeaks verfüge über viel Material über die Bank of America, dies werde Anfang des Jahres veröffentlicht. &#34;Ein oder zwei Banken könnte es in die Tiefe reißen&#34;, erklärte Julian Assange Ende November in einem viel beachteten Interview mit dem Blog des Forbes Magazin. Man wolle Anfang nächsten Jahres ein &#34;Ökosystem der Korruption&#34; offenlegen (Zusammenfassung des Interviews hier bei Meedia). Über die Art die Enthüllungen ist noch nichts bekannt und wird munter spekuliert. Glaubt man Medienberichten, dann zittert die Wall Street bereits (Spiegel Online) und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
<a rel="nofollow external" target="_blank" href="http://www.google.com/reader/link?url=http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/wikileaks-vs-wall-street-kommt-es-wirklich-zu-einem-showdown-der-eine-bank-in-die-tiefe-reit/&title=WikiLeaks vs. Wall Street: Kommt es wirklich zu einem Showdown, der eine Bank in die Tiefe rei&szlig;t?&srcURL=http://worpdressapi.com/">
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</a>
</div><p>Die Spannung der Wirtschaftsmedien steigt. Am Freitag fragte der TV-Sender CNBC bereits: <a href="http://www.cnbc.com//id/40966333" target="_blank">Is Wikileaks About to Release Its Bank Cache?</a> D<a href="http://www.infoplease.com/toptens/usbanks.html" target="_blank">ie größte US-Bank</a>, die <strong>Bank of America,</strong> gehört bekanntlich zu den Finanzinstituten, denen für Anfang dieses Jahres <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,731903,00.html" target="_blank">angekündigten neue Enthüllungen gelten</a> sollen. Neben der US-Großbank, über die <a href="http://derstandard.at/1292462607968/Wie-die-US-Finanzwelt-Wikileaks-mundtot-machen-kann" target="_blank">WikiLeaks laut eigenen Angaben Daten</a> die Festplatte eines Geschäftsführers besitzen soll, könnten, so wird in Netzkreisen spekuliert, <strong>Goldman Sachs</strong> oder die <strong>Citibank</strong> das Ziel der Veröffentlichung vertraulicher Daten sein. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,700021,00.html" target="_blank">Der Ausschuss </a>des US-Kongresses zur Aufarbeitung der Finanzkrise etwa hatte Goldman Sachs um Dokumente gebeten hatte und hat anschließend mehrere Terabyte an Daten erhalten hat. Ob darin brisante Informationen schlummern ist allerdings nicht bekannt. Assange selbst hat <a href="http://asia.news.yahoo.com/afp/20101221/twl-us-diplomacy-wikileaks-assange-swede-7e07afd.html" target="_blank">kurz vor Weihnachten bestätigt</a>, WikiLeaks verfüge über viel Material über die Bank of America, dies werde Anfang des Jahres veröffentlicht.</p>
<p>&quot;<a href="http://meedia.de/details-topstory/article/wikileaks-chef--jetzt-sind-die-banken-dran_100031812.htm">Ein oder zwei Banken</a> könnte es in die Tiefe reißen&quot;, erklärte Julian Assange Ende November in einem viel beachteten <a href="http://blogs.forbes.com/andygreenberg/2010/11/29/an-interview-with-wikileaks-julian-assange/" target="_blank">Interview mit dem Blog des Forbes Magazin</a>. Man wolle Anfang nächsten Jahres ein &quot;Ökosystem der Korruption&quot; offenlegen (Zusammenfassung <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/wikileaks-chef--jetzt-sind-die-banken-dran_100031812.htm" target="_blank">des Interviews hier bei Meedia</a>).</p>
<p>Über die Art die Enthüllungen ist noch nichts bekannt und wird munter spekuliert. Glaubt man Medienberichten, dann <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,733070,00.html" target="_blank">zittert die Wall Street bereits</a> (Spiegel Online) und hat sich <a href="http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E2D93F28FA4F14570B5C12B3CCC4FDCE9~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">laut FAZ längst</a> dafür entschieden, dass es die Bank of America treffen werde. Tatsächlich gab es einen Schluckauf der Aktie, diesen hat das Institut aber längst verdaut.</p>
<p>  <span id="more-1887"></span> Derweil fragt man sich nicht nur in der Finanzwelt, welche dunklen Neuheiten aus dem US-Finanzsystem wirklich so sensationell sein könnten. Die Wall Street-Institute haben ihr Image durch die Finanzkrise bereits nachhaltig beschädigt. Ungezählte Enthüllungsstories, Bücher, offizielle Kongressanhörungen und Anklageschriften zeugen vom ausgeprägten opportunistischen Verhalten eines Teils der Finanzindustrie. Geschadet hat dies der Branche bisher nicht, wenn man ihre Wertentwicklung zum Maßstab nimmt. Die Kurse ihrer Aktien haben sich seit Ende 2008 wieder nachhaltig erholt.
<p>Tatsächlich spielt das öffentliche Ansehen einer Bank nur eine untergeordnete Rolle für die Geschäftsentwicklung, wenn sie sich an die Regeln hält. Was die Institute viel mehr im Zuge negativer Veröffentlichungen fürchten sind freilich Schadenersatzklagen von sich benachteiligt fühlenden Kunden. Daneben drohen indirekte Schäden durch andere große Marktteilnehmer, wenn etwa Teile der Asset- und Handelsstrategien bekannt werden.</p>
<p>Zu einem wirklichen Knalleffekt werden die <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-geheimdokumente-wikileaks-will-us-grossbank-blossstellen;2702232">Veröffentlichung der angekündigten Internas </a>eher nicht führen (<a href="http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2010/11/wikileaks-schiet-auf-die-banken.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+EgghatsBlog+%28Die+wunderbare+Welt+der+Wirtschaft%29">so übrigens auch Egghat</a>) und damit wohl &quot;kein Institut <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/wikileaks-eine-bank-in-angst-1.1030610" target="_blank">in die Tiefe reißen</a>&quot;. Gleichwohl wird es interessant zu beobachten sein, wie sich die Finanzhäuser nach den Veröffentlichungen positionieren werden. Banken wurden ja während der Finanzkrise gerade wegen ihres ausgeprägten Schweigens und ihrer Intransparenz kritisiert. An der Intransparenz ihrer Aktivitäten hat sich aber trotz vollmundiger Ankündigungen nichts geändert. Daher sind bei Veröffentlichung der Dokumente neben Juristen vor allem PR-Fachleute und –Berater der Häuser gefragt, die Schäden zu begrenzen. Die Bank of America, so war <a href="http://www.nytimes.com/2011/01/03/business/03wikileaks-bank.html?_r=1" target="_blank">letzte Woche in der New York Times</a> zu lesen, bereitet sich jedenfalls mit einem großen Team vor.</p>
<p>Davon abgesehen werden die Dokumente sicher helfen, weiteres Licht in die Ursachen und den Verlauf der großen Finanzkrise zu bringen.</p>
<p>Noch nie zuvor hat sich der Hochadel der US-Finanzwelt so intensiv mit einer Internet-Institution befasst, wie mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Nach den Veröffentlichungen der vergleichsweise trivialen Botschaftsdepeschen haben Visa, Mastercard, der Online-Zahlungsabwickler Paypal und vor Weihnachten auch die <a href="http://www.nytimes.com/2010/12/26/opinion/26sun3.html?_r=3" target="_blank">Bank of America den Geschäftsverkehr mit WikiLeaks</a> eingestellt. Begründung: Wikileaks könnte in Aktivitäten verstrickt sein, die nicht mit den Richtlinien der Häuser übereinstimmten.</p>
<p>Interessant daran, dass gegen WikiLeaks bisher niemand offizielle, sprich juristische Maßnahmen eingeleitet hat. Hat die Finanzindustrie im vorauseilendem Gehorsam gehandelt oder bereitet sie sich gegen den nächsten Schlag der Webseite vor? Die US-Justiz arbeitet offensichtlich am nächsten Schlag gegen Wikileaks. Der <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-justizministerium-twitter-soll-wikileaksdaten-an-us-gericht-uebergeben;2726848" target="_blank">Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte</a> die <a href="http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2011/01/07/twitter/Twitter_Unsealing_Order.pdf" target="_blank">Anordnung eines US-Gerichts</a>, wonach Informationen über die Nutzerkonten von Julian Assange und anderen Wikileaks-Aktivisten an das amerikanische Justizministerium übergeben werden sollen (siehe dazu auch Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,738447,00.html">US-Justizministerium verlangt Zugriff auf Twitter-Daten</a>).</p>
<h4>Nachtrag</h4>
<p>Ein Update gab es heute zu den Veröffentlichungen von Dokumenten aus dem Finanzsektor. Das <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-veroeffentlichungen-wikileaks-gruender-assange-drueckt-aufs-tempo;2728813" target="_blank">Handelsblatt schreibt</a> &quot;Wikileaks-Gründer Julian Assange hat die beschleunigte Veröffentlichung neuer Dokumente angekündigt&#8230; Die Berichte würden in Kürze über die Medienpartner des Enthüllungsdienstes verbreitet, sagte Assange am Rande eines Gerichtstermins am Dienstag in London.&quot;&#160; Da die Dokumente aber noch von den Medienpartner gesichtet werden, ist noch unklar, wann hier tatsächlich mit einer Veröffentlichung zu rechnen ist.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fwikileaks-vs-wall-street-kommt-es-wirklich-zu-einem-showdown-der-eine-bank-in-die-tiefe-reit%2F&amp;title=WikiLeaks%20vs.%20Wall%20Street%3A%20Kommt%20es%20wirklich%20zu%20einem%20Showdown%2C%20der%20eine%20Bank%20in%20die%20Tiefe%20rei%26szlig%3Bt%3F" id="wpa2a_4"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wirtschaftsblogger: Die verkannte Größenordnung</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 10:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lochmaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe vor Jahren schon Dutzende von Artikeln im Handelsblatt zu diversen Innovationsthemen veröffentlicht. Zum Beispiel darüber, wie man ein Drei-Liter-Haus baut, oder was passiert, wenn das Handy plötzlich Japanisch spricht. Wenn die Leitmedien aber unter der fürstlichen Regie von Springers Matthias Döpfner sich jedoch dazu entschließen sollten, nur noch bezahlte Artikel im Netz zu veröffentlichen, und jeden in kostenpflichtigen Regress zu nehmen, der sich ohne Erlaubnis des Königs traut, darauf zu verlinken, dann würde ich diese Steilvorlage gerne aufgreifen, und nur noch auf mich selbst und andere Wirtschafts- und Finanzblogsverweisen, und natürlich auch sonstige spannende Quellen, die noch frei zugänglich wären.  Ich weiß, jeder muss irgendwie sein Geld verdienen. Aber das Jammern des Copy-and-paste-Journalismus geht selbst mir als ein zu dieser Zunft zugehöriger auf den geistigen Zeiger. Das wäre gar kein Beinbruch, ich sehe das Thema Blogger versus Medien völlig entspannt. Ich bin beides in Personalunion. Die Welten ergänzen sich wunderbar. Aber ebenfalls vor Jahren schrieb ich für die Financial Times Deutschland mal einen provokanten Beitrag, wie Designer ihre Beraterzünfte bei der Produktentwicklung ersetzen könnten. Ich weiß, Unternehmen lieben ihre externen Berater, die ihnen das sagen, was sie selbst meist auch schon wissen, wenn sie ehrlich wären.  Oder was sie nur deshalb hören wollen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
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</a>
</div><p>Ich habe vor Jahren schon Dutzende von Artikeln im Handelsblatt zu diversen Innovationsthemen veröffentlicht. Zum Beispiel darüber, wie man <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/architekten-verwandeln-altbauten-in-ein-drei-liter-haus;987407">ein Drei-Liter-Haus baut</a>, oder was passiert, wenn das <a href="http://www.handelsblatt.com/archiv/wenn-das-handy-japanisch-spricht;500703">Handy plötzlich Japanisch spricht</a>.</p>
<p>Wenn die Leitmedien aber unter der fürstlichen Regie von <a href="http://www.wiwo.de/technik-wissen/das-ende-der-gratiskultur-im-internet-ist-gekommen-446933/">Springers Matthias Döpfner </a>sich jedoch dazu entschließen sollten, nur noch bezahlte Artikel im Netz zu veröffentlichen, und jeden in kostenpflichtigen Regress zu nehmen, der sich ohne Erlaubnis des Königs traut, darauf zu verlinken, dann würde ich diese Steilvorlage gerne aufgreifen, und nur noch auf mich selbst und andere Wirtschafts- und Finanzblogsverweisen, und natürlich auch sonstige spannende Quellen, die noch frei zugänglich wären. </p>
<p>Ich weiß, jeder muss irgendwie sein Geld verdienen. Aber das Jammern des Copy-and-paste-Journalismus geht selbst mir als ein zu dieser Zunft zugehöriger auf den geistigen Zeiger. Das wäre gar kein Beinbruch, ich sehe das Thema Blogger versus Medien völlig entspannt. Ich bin beides in Personalunion. Die Welten ergänzen sich wunderbar.</p>
<p>Aber ebenfalls vor Jahren schrieb ich für die Financial Times Deutschland mal einen provokanten Beitrag, wie Designer ihre Beraterzünfte bei der Produktentwicklung ersetzen könnten. Ich weiß, Unternehmen lieben ihre externen Berater, die ihnen das sagen, was sie selbst meist auch schon wissen, wenn sie ehrlich wären.  Oder was sie nur deshalb hören wollen, weil sie es nicht umsetzen müssen. Oder weil es gar nicht umzusetzen ist &#8211; machen Sie sich doch selbst Ihren Reim zum Beraterspiel, das einem mehrteiligen dramatischen Akt von Shakespeare oftmals sehr ähnelt.</p>
<p>Will heißen: Es kommt auf die Inszenierung an, der Inhalt ist eher sekundär. Mein Artikel &#8220;David für Goliath: Wie Designer Berater ersetzen&#8221; für die FTD sorgte vor planmäßiger Freigabe und geplanter Veröffentlichung plötzlich unerwartet für reichlich Diskussionsstoff. Festgemacht hatte ich die Geschichte an Details aus dem Innenleben von Microsoft, eigentlich nichts Spektakuläres, sondern eher etwas für Leser, die sich Handlungen auf den zweiten Blick erschließen.</p>
<p>Vor vier Jahren gab es in der deutschen Niederlassung Diskussionen um die Kundenfreundlichkeit der Produkte. Man diskutierte über die Produktentwicklungsroutine. Heute kennt schon jedes kleine Kind einen gelungenen Design-Prozess, seit der Apple-Begeisterung für iPhone und iPad. Jeder Bild-Leser weiß es, und kann sich für knapp zwei Euro ein App downloaden. Nur die Macher der deutschen Variante vom WePad mussten eine harte Lerkurve durchlaufen, da sie die ganzheitliche Designouvertüre knapp verfehlten.</p>
<p>Ein journalistischer Blogger, oder ein bloggender Journalist, Richard Gutjahr, brachte die Geschichte ans Licht. Klein David arbeitet nicht nur gegen Goliath, sondern ergänzt die wenig gesalzene Mediensuppe wunderbar durch neue Stilperspektiven zur Wirtschaft und Gesellschaft.       </p>
<p><a href="http://lochmaier.files.wordpress.com/2010/11/bild-0291.jpg"></a><a href="http://lochmaier.files.wordpress.com/2010/11/bild-0292.jpg"><img title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://lochmaier.files.wordpress.com/2010/11/bild-0292.jpg?w=300" alt="" width="300" height="225" /></a> </p>
<p>Wirtschaftsblogs: Hier steppt der kleine Berliner Bär!     </p>
<p>Zurück zu meinem Artikel für die FTD: Er wurde am Ende von der Chefredaktion sogar höchst persönlich &#8220;mangels ausreichender Qualität&#8221; in die virtuelle Tonne gefeuert, also nicht abgedruckt. Jetzt wissen es alle Leser dieses Weblogs, ich bin ein Versager, ein miserabler Journalist. Deshalb bloggt er jetzt auch, weil er nichts besseres zu tun hat &#8211; werden jetzt einige Zeigenossen hämisch ergänzen.</p>
<p>Genau &#8211; das Ganze war und ist für mich nicht allzu tragisch, das kam gelegentlich vor, dass ein Artikel mal eine Nullnummer wurde &#8211; es bestätigte aber für mich meinen Eindruck, dass ich meine Arbeit lieber jenseits des medialen Durchschnitts in den Fachmedien verrichten wollte. Dort eben, wo es langweilig zugeht.</p>
<p>Wo die Menschen sprich Leser sich eher für die Inhalte, und nicht nur für die bloßen Überschriften, interessieren. Kurzum: Für die FTD war ich zweifellos zu phantasievoll vorgegangen, zu weit in meinem Interpretationsspielraum jenseits der Fakten.</p>
<p>So textete ich beispielsweise in einem kleinen Kasten (ich war ja vorsichtig):  Welche „Fehler“ machen Consultants? Sie propagieren gebetsmühlenartig immer die gleichen „Prozessroutinen“. Sie sind ein Spiegelbild, ein Abklatsch der Auftraggeber. Hört sich das schlimm an?</p>
<p>Mein Fazit, das ich weiter unten dann fein säuberlich in einen weiteren kleinen Kasten verpackt hatte (das nennt man Infohäppchen): Die Ergebnisse der Berater seien meist vorhersehbar und böten wenig Innovationspotenzial. Und: Sie dienten eher zur Absicherung von internen Managemententscheidungen. Es herrsche also wenig Mut zu echter Kreation.</p>
<p>Genau &#8211; Sie verstehen in der Medienbranche auch nur Spanisch oder Bahnhof? Dann stelle ich in den Raum, dass man eine neue Fremdsprache durchaus lernen kann. Japanisch ist allerdings zugegebermaßen ziemlich schwer. Aber von der deutschen Sprache aus gesehen gibt es ja zahlreiche, teils recht witzige Dialekte, die auch schon herausfordernd genug sind.</p>
<p>Zur Sache: Schaut man sich das Top-Blogger-Rankingscore auf  <a href="http://www.wikio.de/blogs/top">wikio.de </a>an, dann fällt zum Beispiel eines auf: Wirtschaftsblogs oder Finanzen besitzen meist gar keine eigene Rubrik, obwohl sie im Leserinteresse nicht nur die hinteren Plätze belegen. Fällt aber niemandem auf. Wir sind ja alle finanzielle Analphabeten wie in den USA, gefangen im Tal der Ahnunglosen, wie ich heute sogar mal den <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,728700,00.html">Spiegel zitieren darf</a>.</p>
<p>Wir einschläg vorbestraften Wirtschaftsblogger geben es natürlch gerne neidlos zu: Wir stehen auf verlorenem Posten, allein im dunklen Datendschungel, dort, wo es richtig wehtut, sich inhaltlich schlau zu machen. Kurzum: Wir laufen in der Medienökonomie nur unter ferner liefen mit, irgendwo subsummiert, und in virtuelle Unterkästchen verschoben.</p>
<p>Wenn das kein Grund zum Wehklagen ist. So rangiert dieses Weblog Social Banking 2.0 in der Rubrik Gesellschaft bei wikio quasi irgendwo unsichtbar in den hinteren Rubrikschubladen versteckt. Nein, wir brauchen jetzt kein Mitleid, oder eine Wachstumsspende. Nicht die Eitelkeit füttert diese Zeilen. Schon eher der untergewichtete gesellschaftliche Stellenwert von Wirtschaft und Finanzen.</p>
<p>Denn es handelt sich halt um schwer verdauliche Themen, statt einem leicht verpackten Big-Burger, wie es die Leitmedien so gerne immer wieder neu verpackt servieren. Aber auch als Blogger wäre es viel besser, man schreibt heute über kleine Zipperlein oder coole Gerätschaften, die die Welt nicht unbedingt braucht. </p>
<p>Kurzum, man postet das, was alle bis zum Einschlafen so bewegt, über die große Politik, über Promis, über nette Belanglosigkeiten, die trotzdem jeden zu interessieren scheinen. Oder der Blogger beleuchtet neben Sex, Drugs and postanythingforfree vermeintlich neue Meilensteine im digitalen Avantgardismus.</p>
<p>Zur Not kritisiert man eben Google und Facebook gleichzeitig, um sich ins Rampenlicht zu katapultieren. Genau darin liegt das Problem von uns Wirtschaftsbloggern, in der, jetzt kommt die Kernbotschaft: Kompläääääääxxxxxxxiiiiiiittttttäääääääätttttttt.</p>
<p>Wirtschaft ist ja sowas von schwierig, sie fordert einen wachen Geist, ebenso wie das Treiben auf den Finanzmärkten keine Kost für den Normalkonsumenten darstellt. Jetzt ist es raus, keiner versteht uns, wir uns auch nicht!? Nein, so weit würde ich nicht gehen.</p>
<p>Aber der Leserkreis von Wirtschafts- und Finanzblogs reduziert sich nicht auf kreativ aufbereitete Hausmannskost, sondern auf Menus für spezielle Gourmetliebhaber. Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Das kann ja auch schmackhaft sein, im Hinterzimmer zu essen, statt dort, wo es hektisch lärmend zugeht. Sicherlich, nicht jedes Blog erfüllt die höchsten Qualitätsansprüche, die Welt ist nicht schwarz oder weiß, manche Querverbindungen sind nicht so offensichtlich.</p>
<p>&#8220;Die&#8221; Wirtschaftsblogger gibt es nicht. Jedes Blog ist anders, es gibt keine objektiven Maßstäbe zur Erfolgsmessung. Wir wollen übrigens die Medienwelt nicht komplett umkrempeln, aber wir haben Spaß daran, als kreative Störenfriede des Burgfriedens in der großen Medienwelle zu agieren. Vielleicht ändert sich ja die Betrachtungslinse in der Gesellschaft noch, unter dem Eindruck der kommenden Jahre, wenn &#8230;. ja wenn, das Wörtchen wenn nicht wär.</p>
<p>Oder: Wenn sich die Menschen endlich für das interessieren, was sie am meisten scheuen, was aber das wichtigste Thema im Leben neben Liebe und der Gesundheit ist.- okay, Sex geht hier ersatzweise auch mal: Die Welt der Finanzen, oder wie Social Banking 2.0 es so gerne ausdrückt: Der Kunde übernimmt in diesem Jahrhundert in vielen Wirtschaftsbereichen die Regie.</p>
<p>Das soll aber keine leere Phrase sein, sondern einen schleichenden Trend beschreiben. Der gehörnte Kunde greift zumindest vielerorts ins Ruder der Kapitäne, um es vorsichtiger auszudrücken.</p>
<p>Das Teuflische daran, ist das Engelhafte darin: Leider reden Menschen über das, was sie am meisten drückt oder bewegt, nicht so gerne wie über Nebensächliches, mit dessen Hilfe sie sich von großen Existenzfragen ablenken. Zum Beispiel über das liebe Geld.</p>
<p>Klar, da brummt einem ja der Schädel vom Nachdenken und der medialen Bewusstseinswerdung, den lieben langen Tag. Und wer richtet den Spiegel schon gerne rund um die Uhr auf sich selbst. Den Wirtschaftsblogs bleibt also noch viel zu tun, indem sie Schwieriges auf verständliche Art und Weise plausibel und interessant machen. </p>
<p>Der Hoffnungsträger: Die regulären Wirtschafts- und Finanzmedien verstärken in ihrer zumeist konventionell angelegten Berichterstattung den Gähnfaktor beim (nachdenklichen) multimedialen Endanwender.</p>
<p>Im allgemeinen Medien-Blitzlicht sucht man nämlich die wirklich wichtigen ökonomischen und finanziell relevanten Informationen meist vergebens, weshalb auf mittlere Sicht die Blogosphäre gerade in den Kernbereichen des menschlichen Daseins weiter an Schwung gewinnt. Ist doch mal eine interessante Prognose, so sicher wie das Geld auf einer Bank und das Amen in der Kirche.</p>
<p>Und hier gehören neben Liebe (alternativ: Viagra) und Gesundheit (alternativ: Glückspillen und Hormone) auch die Wirtschafts- und Finanzblogger zu den gesetzten Größenordnungen, falls so manchem nicht vorher die Puste ausgeht, beim Rennen um die kleinen Aufmerksamkeitshäppchen im verteilten virtuellen Resonanzbecken. Dann aber rückt flugs der nächste frische Wirtschaftsblogger nach. Die Reservearmee ist ja endlos auf Lager vorrätig.</p>
<p>Und hier beschreibt Prof. Peter Kruse ausführlich, wie Menschen auf die wachsende Komplexität in unserer (Medien)Welt reagieren &#8211; da bleibt auch für die Wirtschaftsblogger viel Futter übrig, um es aufzulesen und zu verarbeiten, denn manche Menschen versuchen mit neuen Ideen eine Antwort auf die Kompläxidäd zu geben:</p>
<p>[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU&amp;fs=1&amp;hl=de_DE]</p>
<p>Ganz am Ende komme ich nun zurück auf meinen ursprünglichen, vor ein paar Jahren mal für die FTD vorgesehenen Artikel, in dem ich am Ende die zugegebenermaßen kontroverse Frage zu beantworten suchte, warum Designer das schaffen, was Consultants in der Produktentwicklung vielleicht gar nicht ins Auge fassen:</p>
<p> &gt; Weil sie die emotionalen Komponenten von Projekten aus Kundenperspektive besser einschätzen und zweitens besser darstellen können</p>
<p>&gt; Weil sie gedanklich freier sind und weniger in allgemein bekannten Methoden verhaftet</p>
<p>&gt; Weil sie von ihrem Werdegang und Ausbildung her weniger in Konkurrenz zum Auftraggeber stehen, und somit „Narrenfreiheit“ im positiven Sinne genießen</p>
<p>&gt; Weil Designer Menschen sind, die für die Unternehmer ungewöhnlich sind, weniger angepasst, interessant, inspirierend</p>
<p>&gt; Ein ungewöhnlich „hoher Spaßfaktor, Prozesse zu durchlaufen, was zu ungewöhnlich hoher Identifikation der Teilnehmer mit den Ergebnissen führen kann</p>
<p>Jetzt ist es raus, denn hier über meinen eigenen kleinen Mediensender kann ich diese Botschaften ja wengistens mal abdrucken. Man spricht ja heute vom &#8220;liquid Mediendesign&#8221;, aber auch das ist jetzt ein neues, wieder mal hoch komplexes Thema, und der Beitrag ist jetzt schon viel zu lange geworden.  Bis zum nächsten Mal &#8211; in der bunten Welt der vielfach verkannten Größenordnungen. Hier noch eine visuelle Inspiration:</p>
<p>[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=qX6clRC21vo&amp;fs=1&amp;hl=de_DE]</p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/91d71bc48cce421fb1f9dc21ae578fc9" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fwirtschaftsblogger-die-verkannte-grosenordnung%2F&amp;title=Wirtschaftsblogger%3A%20Die%20verkannte%20Gr%C3%B6%C3%9Fenordnung" id="wpa2a_6"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Attac schafft mit der Financial Crimes Deutschland einen echten Hingucker</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 21:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>delsner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[FTD]]></category>

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		<description><![CDATA[Schade, in der Hamburger Innenstadt konnte ich gestern keine Ausgabe der Financial Crimes ergattern. Dabei hätte ich gern ein Exemplar in den Händen gehalten. Aber bereits das, was Attac online abgeliefert hat, machte optisch einen hoch professionellen Eindruck. Ich musste schon zweimal unter http://www.financial-crimes.net hinschauen, um zu erkennen, nicht die Webseite der Financial Times aufgerufen zu haben. Bis in die Tiefen des Impressums und die &#34;Werbeanzeigen&#34; hat sich die &#34;Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger&#34; um das &#34;Plagiat&#34; der FTD bemüht. Sogar aus dem Comic Alex wurde täuschend echt Axel. Und auch inhaltlich bietet das Blatt sachkundige Abwechslung zur oft behäbigen Wirtschafts- und Finanzberichterstattung der Financial Times oder des Handelsblatts (beide Zeitungen ignorierten übrigens die Aktion bis gestern Abend auf ihren Webseiten). So findet man etwa unter der reißerischen Überschrift &#34;Gemeingefahr Großbanken&#34;&#160; eine kritische Zusammenfassung der &#34;Nicht-Aktivitäten&#34; der G20 und der Ignorierung des Too-Big-to fail-Problems. Natürlich würde eine Bank den Markt für verbriefte Forderungen und Kreditversicherungen offiziell nicht so interpretieren, wie Florian Moritz dies in &#34;Große Wetten und größere Idioten&#34; macht. Gleichwohl teilen viele Mitarbeiter in Instituten die &#34;Greater Fool Theory&#34;. Einen sehr realistischen Einblick in die Arbeit und Einflussnahmen von Lobbyisten vermittelt das Interview mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
<a rel="nofollow external" target="_blank" href="http://www.google.com/reader/link?url=http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/attac-schafft-mit-der-financial-crimes-deutschland-einen-echten-hingucker/&title=Attac schafft mit der Financial Crimes Deutschland einen echten Hingucker&srcURL=http://worpdressapi.com/">
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</a>
</div><p>Schade, in der Hamburger Innenstadt konnte ich gestern keine Ausgabe der <a href="http://www.spreeblick.com/2010/09/29/financial-crimes/">Financial Crimes</a> ergattern. Dabei hätte ich gern ein Exemplar in den Händen gehalten. Aber bereits das, was Attac online abgeliefert hat, machte optisch einen hoch professionellen Eindruck. Ich musste schon zweimal unter <a href="http://www.financial-crimes.net/">http://www.financial-crimes.net</a> hinschauen, um zu erkennen, nicht die Webseite der Financial Times aufgerufen zu haben. Bis in die Tiefen des Impressums und die &quot;Werbeanzeigen&quot; hat sich die &quot;<em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Attac">Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger&quot;</a> </em>um das &quot;Plagiat&quot; der FTD bemüht. Sogar aus dem Comic Alex wurde täuschend echt Axel.</p>
<p><img style="border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto" title="image" border="0" alt="image" src="http://www.blicklog.com/wp-content/uploads/2009/08/AttacschafftmitderFinancialCrimesDeutsch_10F1B/image.png" width="506" height="255" /></p>
<p>Und auch inhaltlich bietet das Blatt sachkundige Abwechslung zur oft behäbigen Wirtschafts- und Finanzberichterstattung der Financial Times oder des Handelsblatts (beide Zeitungen ignorierten übrigens die Aktion bis gestern Abend auf ihren Webseiten). So findet man etwa unter der reißerischen Überschrift &quot;<a href="http://www.financial-crimes.net/gemeingefahr-grossbanken.php">Gemeingefahr Großbanken</a>&quot;&#160; eine kritische Zusammenfassung der &quot;Nicht-Aktivitäten&quot; der G20 und der Ignorierung des <a href="http://www.blicklog.com/2010/09/23/die-struktur-des-too-big-to-fail-problems-mit-der-faktischen-staatsgarantie/">Too-Big-to fail-Problems</a>.</p>
</p>
<p> <span id="more-1584"></span>
</p>
<p>Natürlich würde eine Bank den Markt für verbriefte Forderungen und Kreditversicherungen offiziell nicht so interpretieren, wie Florian Moritz dies in &quot;<a href="http://www.financial-crimes.net/wetten.php">Große Wetten und größere Idioten</a>&quot; macht. Gleichwohl teilen viele Mitarbeiter in Instituten die &quot;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Greater_fool_theory">Greater Fool Theory</a>&quot;. </p>
<p>Einen sehr realistischen Einblick in die Arbeit und Einflussnahmen von Lobbyisten <a href="http://www.financial-crimes.net/umverteilungspaket.php">vermittelt das Interview </a>mit dem Europaabgeordneten Sven Giegold und Ulrich Müller von LobbyControl. Derartige Hintergründe wünscht man sich häufiger in der etablierten Presse.</p>
<p>Klar könnte man jetzt über viele inhaltliche Positionen streiten. Aber man muss nicht alle Attac-Positionen teilen, um das Plagiat als einen echten Hingucker zu empfinden.</p>
<p>Ein Kritikpunkt freilich bleibt: Es fehlt jede Möglichkeit der Kommunikation mit den Lesern. Ich habe weder ein Kommentarfeld, noch eine Leserbrief- oder Feedbackseite entdeckt.</p>
<p>Wer, wie ich die <a href="http://www.ftd.de/lifestyle/luxus/:luxus-financial-crimes-for-her/50168575.html"><em>Financial</em> <em>Crimes</em> </a>gestern verpasst hat, der hat heute die Möglichkeit zusammen mit der TAZ <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/09/29/donnerstag_in_der_taz_financial_crimes/">noch ein Exemplar</a> zu ergattern.</p>
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		<title>Bloggen bedroht die Existenz</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 14:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Korus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer wegen eines Blogeintrags schon einmal abgemahnt worden ist, weiß, wovon ich rede: Die angeblich durch Artikel V GG garantierte Meinungsreiheit ist in Deutschland keinen Pfifferling wert. Man muss gar nicht auf den Fall Sarrazin verweisen, der Blogger-Alltag alleine belegt die Behauptung. Die klassischen Mainstream-Medien interessieren sich meist einen feuchten Kehricht für die Bloggerszene (schon, weil die Blogosphäre bisherige Geschäftsmodelle bedroht) -  es sei denn, es geht darum, frühzeitig Nachrichten abzufischen, um mit der &#8220;eigenen&#8221; Story groß &#8216;rauszukommen. Allenfalls guckt man schadenfroh zu, wie ein Blogger sich mutig aus der Deckung wag, um sogleich im Abmahnungssturm umkartätscht zu werden. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, gäbe es da nicht Gelichter und Geschäftemacher, die es mit der Transparenz so gar nicht haben. Seit ich selbst einmal kostenpflichtig abgemahnt wurde (das entsprechende Verfahren läuft noch vor dem Kammergericht Berlin), achte ich natürlich vermehrt darauf, wie manche Gschaftlhuber gegen einzelne Blogs bzw. Blogger vorgehen. Heute nun fällt mir nicht nur der Beitrag von Egghat positiv auf, der sich aus Solidarität mit investors-inside auf die Seite der Publizitätsfreunde stellt, nicht ohne aus gut begründeter Vorsicht deutlich zu machen: &#8220;Ich halte mich inhaltlich da genauso heraus wie bei der Diskussion pro/kontra ..&#8221; Der Tenor der [...]]]></description>
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</a>
</div><p>Wer wegen eines Blogeintrags schon einmal abgemahnt worden ist, weiß, wovon ich rede: Die angeblich durch Artikel V GG garantierte Meinungsreiheit ist in Deutschland keinen Pfifferling wert. Man muss gar nicht auf den Fall Sarrazin verweisen, der Blogger-Alltag alleine belegt die Behauptung. Die klassischen Mainstream-Medien interessieren sich meist einen feuchten Kehricht für die Bloggerszene (schon, weil die Blogosphäre bisherige Geschäftsmodelle bedroht) -  es sei denn, es geht darum, frühzeitig Nachrichten abzufischen, um mit der &#8220;eigenen&#8221; Story groß &#8216;rauszukommen. Allenfalls guckt man schadenfroh zu, wie ein Blogger sich mutig aus der Deckung wag, um sogleich im Abmahnungssturm umkartätscht zu werden.</p>
<p>Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, gäbe es da nicht Gelichter und Geschäftemacher, die es mit der Transparenz so gar nicht haben. Seit ich selbst einmal kostenpflichtig abgemahnt wurde (das entsprechende Verfahren läuft noch vor dem Kammergericht Berlin), achte ich natürlich vermehrt darauf, wie manche Gschaftlhuber gegen einzelne Blogs bzw. Blogger vorgehen. Heute nun fällt mir nicht nur der Beitrag von <strong><a title="Egghat's Blog" href="http://egghat.blogspot.com/2010/09/finanzblogger-investors-inside-wird.html" target="_blank">Egghat</a></strong> positiv auf, der sich aus Solidarität mit <strong><a title="Bloggen: existenzbedrohend für Blogger in Deutschland" href="http://www.investorsinside.de/shb-ag-anwaelte-und-die-pressefreiheit/" target="_blank">investors-inside</a></strong> auf die Seite der Publizitätsfreunde stellt, nicht ohne aus gut begründeter Vorsicht deutlich zu machen: &#8220;Ich halte mich inhaltlich da genauso heraus wie bei der Diskussion pro/kontra ..&#8221; Der Tenor der Debatte ist dabei immer auch sofort und sympathischerweise: &#8220;Ich finde es generell unverschämt, gegen kleine Blogger mit Abmahnungen  zu arbeiten. Wo bleibt da die Fairness? Das sind Leute, die  wahrscheinlich keine 1000 Leser haben. Sollte die Firma etwas zur  Aufklärung beitragen können, kann sie ihre Sicht der Dinge gerne  darstellen und der Blogger kann sicherstellen, dass diese Sicht der  Dinge auch von den Lesern zur Kenntnis genommen wird. Das wozu die  Gegendarstellung im Presserecht auch dienen sollte: Waffengleichheit.&#8221;</p>
<p>Um es ganz deutlich zu sagen: Ich schließe mich Egghat an, finde es aber nicht: unverschämt. Ich finde es: erbärmlich.</p>
<p>Nun könnte man ja &#8211; wg. der zitierten Waffengleichheit &#8211; das Argument bemühen: Die ans Licht gezerrte &#8220;Persönlichkeit&#8221; muss ja auch eine Chance haben, gegen die &#8220;Persönlichkeitsrechtsverletzung&#8221; im Netz (Blog o.ä.) vorzugehen. Also her mit der Abmahnung, da der &#8220;mutige&#8221; Blogger sich ja vielleicht sogar weigert, eilfertig die übermittelte &#8220;Unterlassungserklärung&#8221; zu unterzeichnen (was natürlich automatisch und sofort eine Zahlungsverpflichtung in mind. vierstelliger Höhe bedeutet). Konsequenz: Der Abmahner bemüht das Gericht, immerhin leben wir ja im &#8220;Rechtsstaat&#8221;. Doch was bedeutet das für den Blogger?</p>
<p>Zunächst einmal: Er muss sich einen Anwalt suchen, der ihn vertritt. Das bedeutet, neben dem Prozessrisiko, weitere Kosten, die ggf. sogar vorgestreckt weren müssen. Der o.g. Fall von investors-inside lässt zusätzlich erahnen, was ein derartiges Gefecht bedeutet: Weitere Abmahnungen, während Kopien des Ursprungsartikel durch&#8217;s Netz geistern und meist kaum noch rückholbar sind &#8211; weitere Schadenersatzansprüche, weitere Verfahren, weitere Kläger, die jetzt auch ggf. sich &#8220;an den Pranger gestellt&#8221; fühlen &#8211; wer hier nicht frühzeitig eine &#8220;Rechtsschutzversicherung&#8221; abgeschlossen hat, die explizit Prozessrisiken aus &#8220;Persönlichkeitsrechtsverletzungen&#8221; (ob fahrlässig oder vorsätzlich, einmal dahingestellt) abdeckt, der ist schnell auf der Verliererseite, selbst, wenn er am Ende obsiegt. Denn in der Regel bedeutet ein Rechtsstreit in Deutschland ein untragbares finanzielles Risiko für jeden: Je nachdem, vor welchem Gericht man am Ende landet (im ungünstigsten Fall vor der sogenannten &#8220;Pressezensur-Kammer&#8221; Hamburg), läuft man Gefahr, wg. eines einzigen falschen Worts in die Verschuldungsfalle zu tappen &#8211; oder seine Ersparnisse zu verfrühstücken. Und wenn es gerade mal nicht um &#8220;Persönlichkeitsrechtsverletzung&#8221; geht: Gerne genommen wird von zweifelhaften Anwälten auch der Vorwurf der &#8220;Urheberrechtsverletzung&#8221; (siehe Duisburg in Sachen &#8220;Love-Parade-Gutachten&#8221;).</p>
<p>Nun ist das alles prinzipiell nicht wirklich neu. Wer sich für Medienrecht interessiert, weiß, daß Prominente sich regelmäßig auch mit Großverlagen kloppen, nur weil halt mal wieder ein Foto &#8220;beim Pinkeln&#8221; oder &#8220;oben ohne&#8221; veröffentlicht worden ist. Und natürlich gilt auch für Blogger: Sorgfaltspflicht, wie sie jeden Journalisten trifft. Im Unterschied zum &#8211; meist juristisch via Verlagshaus oder Sender bestens abgesicherten &#8211; Journalisten muss der einzelne Blogger aber in jedem Fall eines dringend bedenken: Wem trete ich wann und wie mit welchen zu 100 % abgesicherten Fakten auf die Füße &#8211; und wenn es sich um einen Verdacht handelt (z.B. den gerne und schnell zitierten Betrugsvorwurf): Inwieweit ist die Verdachtsberichterstattung haltbar, gerichtsfest und vor allem: finanziert?</p>
<p>In einer Zeit, in der uns die hohe (meist von Juristen gesteuerte) Politik am Sonntag gerne vorbetet, wir alle sollten &#8220;Zivilcourage&#8221; zeigen, wird nämlich am Montag drauf gerne die Abmahnkeule geschwungen, wenn ein &#8220;armer Blogger-Idiot&#8221; sich doch tatsächlich aus der Deckung wagt. Merke: Pressefreiheit bzw. Meinungsfreiheit gilt in Deutschland in erster Linie für Leute, die es sich leisten können. Insoweit ist unsere ach so feine Gesellschaft nicht ein Iota weiter entwickelt als die mittelalterliche Feudalgesellschaft. Ok, ok, wir sind nicht China und auch nicht Iran. Hingerichtet wird hier keiner. Aber bis so ein armer Bloggerknilch im Zweifel tatsächlich mit seinem Fall vor dem Bundesverfassungsgericht landet, kann es sein, daß unsere systematisch Rechtswege beschneidende Justiz die &#8220;Nichtzulassungsbeschwerde&#8221; im vielfach nur noch zweizügigen Gerichtsverfahren gar nicht erst zugelassen hat. Wer das erfunden hat? Fragen Sie doch mal &#8220;Ihren Abgeordneten im Wahlkreis&#8221; oder Ihren Anwalt! Viel Spaß beim Prozessieren bis zum Europäischen Gerichtshof &#8211; das kann dann Jahre dauern &#8211; und die deutsche Justizindustrie finanzieren, die längst alle anderen Wirtschaftsbereiche unter ihre Fuchtel zu bekommen sucht.</p>
<p>Gibt es aber eine politische Initiative, die sich ernstlich darum bemüht, die oben zitierte &#8220;Waffengleichheit&#8221; herzustellen? Man komme mir bitte nicht mit den üblichen Verdächtigen wie &#8220;Journalistengewerkschaft&#8221; und ähnlichen, nun sagen wir: &#8220;traditionell Vernetzten&#8221;, die im Grunde gar kein Interesse an tatsächlicher &#8220;Pressefreiheit&#8221; haben, sondern nur daran, möglichst bestehende Oligopol-Strukturen zu verteidigen. Ich fände es viel spannender, wenn die deutsche Blogosphäre sich selber noch besser vernetzen würde, um irgendwann auch mal auf politischer Ebene ernst genommen zu werden. Und um den Anfang zu machen: Wenn auch Sie der Ansicht (oder Überzeugung) sind, daß vor einer kostenpflichtige Abmahnung gegen Blogs oder Blogbetreiber zwingend eine kostenfreie Aufforderung bzw. ein entsprechender Hinweis überstellt werden muss, damit Blogbetreiber sich ihre Äußerung noch einmal ernstlich überlegen können, dann freue ich mich hier über Ihren Kommentar oder Ihre Zuschrift.<a rel="attachment wp-att-1575" href="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/bloggen-bedroht-die-existenz/abmahnung_nein_danke/"><img class="alignright size-full wp-image-1575" title="abmahnung_nein_danke" src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/uploads/2010/09/abmahnung_nein_danke.gif" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Übrigens: Wie die Abmahnwelle gegen Finanzblogger läuft, können Sie <a title="Abmahnwelle gegen Finanzblogger" href="http://www.investorsinside.de/fihm-ag-shb-ag-mitgrunder-sowie-ivag-starten-abmahnwelle-gegen-die-finanzblogger-szene/" target="_blank"><strong>hier nachlesen</strong>.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fbloggen-bedroht-die-existenz%2F&amp;title=Bloggen%20bedroht%20die%20Existenz" id="wpa2a_10"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Blogger goes Media-Mainstream: AFP zitiert „augmented humanity“</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 08:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lochmaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Während die ganze Medienwelt bis hin zur Wirtschaftspresse  vorgestern gebannt auf die IFA Berlin blickte, und live im Netz den Ausführungen von Google-Chef Eric Schmidt zur &#8220;augmented humanity&#8221; folgte, arbeitete ich gerade an meiner eigenen Definition zu diesem Begriff. de-bug hat die Debatte so aufgegriffen: Niemals verloren, niemals einsam, niemals gelangweilt.     Greifen wir dieses Buzzword der &#8221;augmented humanity&#8221; jenseits der Schirrmachers und Co. mal auf. Früher mussten junge kreative Schreiberlinge bei einer Lokalzeitung nachfragen, ob der Chef ihnen erlaubte, mal einen Artikel zu schreiben. Heute kann man Inhalte einfach ins Netz stellen, es muss sich nur wer dafür interessieren.  Die Nachrichtenagentur AFP, die auch schon durch eher harsche Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit und Netzvielfalt auffiel, kündigt jetzt aber folgendes an: Wir zitieren künftig die Blogosphäre als Nachrichtenquelle, berichtet thenextweb. Das klingt revolutionär, ging aber im allgemeinen Medientaumel unter. Ob es der Durchbruch für kreative und fleißige Blogger unterschiedlicher Genres sein wird, ist schwer zu beurteilen. Es ist aber ein logischer Schritt in die richtige Richtung.  Das klingt interessant. Ist es das auch? Die Leserkommentare zeigen noch eine vorsichtige Erwartungshaltung. Zu oft  wurden kreative Himmelsstürmer enttäuscht,  von sich oder von dem Rest der Welt. Im Netz bleibt nicht viel übrig, außer ein paar Sekunden geteilte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
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</div><p>Während die ganze Medienwelt bis hin zur<a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/google-chef-eric-schmidt-auf-goodwill-tour-im-land-der-street-view-gegner;2650239"> Wirtschaftspresse </a> vorgestern gebannt auf die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,716247,00.html">IFA Berlin </a>blickte, und <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/09/07/google-chef-auf-der-ifa-pr-auftritt-im-feindesland/">live im Netz </a>den Ausführungen von Google-Chef Eric Schmidt zur &#8220;<strong>augmented humanity</strong>&#8221; folgte, arbeitete ich gerade an meiner eigenen Definition zu diesem Begriff. <a href="http://de-bug.de/medien/archives/eric-schmidt-augmented-humanity.html">de-bug </a>hat die Debatte so aufgegriffen: Niemals verloren, niemals einsam, niemals gelangweilt.    </p>
<p>Greifen wir dieses Buzzword der &#8221;augmented humanity&#8221; jenseits der Schirrmachers und Co. mal auf. Früher mussten junge kreative Schreiberlinge bei einer Lokalzeitung nachfragen, ob der Chef ihnen erlaubte, mal einen Artikel zu schreiben. Heute kann man Inhalte einfach ins Netz stellen, es muss sich nur wer dafür interessieren. </p>
<p>Die Nachrichtenagentur AFP, die auch schon durch eher harsche Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit und Netzvielfalt auffiel, kündigt jetzt aber folgendes an: Wir zitieren künftig die Blogosphäre als Nachrichtenquelle, <a href="http://thenextweb.com/socialmedia/2010/09/07/ap-begins-crediting-bloggers-as-news-sources/">berichtet thenextweb</a>. Das klingt revolutionär, ging aber im allgemeinen Medientaumel unter.</p>
<p>Ob es der Durchbruch für kreative und fleißige Blogger unterschiedlicher Genres sein wird, ist schwer zu beurteilen. Es ist aber ein logischer Schritt in die richtige Richtung.  Das klingt interessant. Ist es das auch?</p>
<p>Die Leserkommentare zeigen noch eine vorsichtige Erwartungshaltung. Zu oft  wurden kreative Himmelsstürmer enttäuscht,  von sich oder von dem Rest der Welt. Im Netz bleibt nicht viel übrig, außer ein paar Sekunden geteilte Aufmerksamkeit nebenbei. Blicklogger Dirk Elsner hat in seinem Beitrag die mentalen Aufs und Abs eines Tagebuchschreibers bereits beleuchtet, und kommt zu dem Ergebnis, es soll den <a href="http://www.blicklog.com/2010/09/05/was-ein-blog-auch-soll-integrativen-pluralismus-frdern/">integrativen Pluralismus befördern</a>.</p>
<p>Wie schwierig es ist, einen alternativen professionellen Rahmen und Infrastruktur mit neuen Sender-Empfänger-Modellen auf die Beine zu stellen, zeigt sich etwa an <a href="http://blog.buzzriders.com/">Buzzrider</a>s, einem ambitionierten Lokalzeitungsprojekt 2.0, das aus der Sondierungsphase bislang nicht hinaus gekommen ist. Aber was nicht ist, das kann noch werden, <a href="http://www.foerderland.de/419+M5eddd19a3c4.0.html">berichtet förderland.de</a> über den neuen Bürgerjournalismus und seine Protagonisten.</p>
<p>Was bedeutet diese Nachricht nun für die Wirtschaftsblogger, die ja nicht ohne weiteres rund um die Uhr einen hochwertigen oder bunt unterhaltsamen Nachrichtenstrauß produzieren können, weil sie nicht in der ersten Riege der asymetrischen Informationspyramide sitzen. Zweifellos: Wer das Ganze nur ziellos, hobbymäßig und mit mäßigem Aufwand betreibt, der wird kaum mit einem professionellen Nachrichtenstab konkurrieren können. </p>
<p>Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Ganze Heerscharen von Wissenschaftlern, Unternehmen, Medien und Auguren ziehen nämlich umsonst-und-kostenlos ihr professionelles &#8220;Datamining&#8221; aus dem Web, und verkaufen es dann. Mir ist das klar, dass ich und andere all diesen stillen Wortverköstern kostenlose Steilvorlagen liefere. Aber die Freude an der Arbeit trübt es mir trotzdem nicht. Ich sehe die Herausforderung sportlich.</p>
<p><a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/private-geldanlage-die-gier-der-kunden-ist-zurueck;2650944">Beispiel Noa Bank</a>, leider ein Fazit aus traurigem Anlass : Ich war der erste deutsche Berichterstatter, der bereits vor der Gründung differenziert über das Geschäftsmodell berichtet hatte. Und ich war vor Spiegel online und allen anderen auch der erste Berichterstatter, der seine Leser auf Social Banking 2.0 über das eingeleitet Insolvenzverfahren informiert hat.</p>
<p>Auch sonst gab es hier immer wieder was zu lesen, was anderswo vielleicht so nicht zu erfahren war. Das gilt auch für viele andere Blogs aus Wirtschaft und Finanzen, mit denen man zwar nicht unbedingt reich, aber erkenntnisreich wird. Als professioneller Journalist bin ich es natürlich gewohnt, rasch zu recherchieren, verdichten und zu schreiben. Dennoch könnte die Außenwahrnehmung für die Blogosphäre im Land der Bedenkenträger besser sein.</p>
<p>Es sind ja nicht nur Journalisten und PR-Leute aktiv. Da reifen unglaubliche Talente aus dem Nichts heran. Habe gestern zufällig mal auf dem <a href="http://www.zementblog.de/">Zementblog </a>gestöbert, wo ein Hamburger Schüler aus der gymnasialen Oberstufe durchaus interessante Inhalte wie ein Praktikum in einem Beerdigungsinstitut postet. Vieles dort ist kurzweiliger, als den immer wieder gleichen Experten in den hierarchisch vordefinierten Lesezirkeln zu lauschen. </p>
<p>Das ist nur ein Beispiel unter vielen. Nicht alles ist Gold, was glänzt, manchmal sind Postings auf den Blogs vorschnell und hibbelig, einmal mehr Nachdenken wäre oftmals gut. Aber die sozialen Klischees gegen die Blogosphäre sind längst verbraucht. Neues bricht sich seine Bahn.</p>
<p>Gerade in Deutschland denken viele immer noch: Hat der Blogger mit seiner kostbaren Zeit nichts besseres zu tun, also keinen ordentlichen Beruf erlernt oder eine Familie, um die er sich kümmern muss &#8211; oder ein Haus, dessen Dach heute noch in Ordnung gebracht werden müsste. Oder den Hund Gassi führen und dann vor der Glotze einschlafen. </p>
<p>Doch, das haben viele, aber sie bloggen trotzdem mit hohem sozialen Kapitaleinsatz aus Leidenschaft, Offenheit und Neugier.  Natürlich verdienen die meisten ihr Geld anderswo. Der Traum vom schnellen Geld mit digitalen Inhalten erfüllt sich gerade jenseits des medialen Mainstreams für die meisten Blogger kaum. </p>
<p>Aber es gibt ein wachsendes Publikum für andere Sichtweisen. Die Blogger wiederum können sich nur etablieren, wenn sie die Mentalität eines Leistungssportlers mit dem Herz eines Langstreckenläufers kombinieren, der sich seine Rennen immer wieder gut einteilen muss.</p>
<p>Ich selbst finde es neben dem Brot-und-Butter-Geschäft spannend, neue professionelle Wege jenseits der Einbahnstraßenkommunikation zu erkunden. Und das geht nun mal nur, indem man vom Empfänger zum Sender wird. Man oder frau (auch da gibt es viel Neues) muss nur seinem eigenen inneren Kompass vertrauen.</p>
<p>Was könnte sich für die hiesigen Wirtschafts- und Finanzblogger ändern, wenn sie sukzessive in die Nachrichtenkanäle der arrivierten Medienindustrie eingebunden würden?</p>
<p>Zum einen wird der Trend, dass Blogger  mit dem Medienmainstream kooperieren, kein Selbstläufer, denn man muss spannende Inhalte präsentieren, aber auch spezifische Themen posten, um von den relevanten Distributoren überhaupt wahr genommen zu werden.</p>
<p>Und wenn man oder frau einmal etabliert ist, besteht das Risiko, selbst als medialer Mainstream von der schnellebigen Community rasch wieder ins Nirwana ausgespuckt zu werden. </p>
<p>Es gibt viele Gräben in oftmals ideologisch fundamentierten Weltbildern, die sich dem Schwarz-Weiß-Fernsehen verschrieben haben. Ich selbst habe gute Erfahrungen gemacht, die meisten Blogger im Bereich Wirtschaft und Finanzen sind sehr offen und undogmatisch. Das bereichert den Dialog, schafft kreative Reibung für neue Erkenntnisse.</p>
<p>Das <a href="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/">Bloggerforum Wirtschaft</a>, auf dem ich ja auch selbst aktiv bin, ist ein derartiges Netzwerk, das versucht, die unterschiedlichen Blickwinkel auf die jeweilige Nachrichtenlage in der Finanzwelt oder Wirtschaft auf hintergründige Art und Weise über eine zentrale Einstiegsseite zu präsentieren.</p>
<p>Das Sammelsurium der dort vertretenen Spezialisierungen ist groß. Aber, immerhin, es ist ein Anfang, der zeigt, dass die Schlagkraft der Blogosphäre wächst. Trotzdem braucht es keine Grüppchenbildung, von welcher Seite auch immer, um als Einzelner einen kreativen Sprengsatz zu zünden.</p>
<p>Es werden noch viele Menschen in der nachwachsenden digitalen Rohstoffgeneration derartige Konzepte entwickeln, die sich nach und nach in ihre Zielgruppen hinein tasten &#8211; und versuchen, diese mit spannenden Themen an sich zu binden.</p>
<p>Im Blogoscop sieht man mindestens so gut, wie in jener ersten Reihe, wo alle Plätze vorne schon besetzt sind, und klar ist, wer diese einnimmt.</p>
<p>Klar: Jeder kämpft im Social Network um ein Häppchen Aufmerksamkeit, wodurch nur die schnellsten, fundiertesten und besten überhaupt eine Chance auf öffentliche Wahrnehmung haben. Es herrscht ein knallharter Verdrängungswettbewerb, horizontal wie vertikal.</p>
<p>Aber dass einzelne Personen oder lose Social Media Formationen aus der bunten weiten Welt der Blogosphäre jetzt von Nachrichtenagenturen als kleine &#8220;Ich-AG-Ergänzungsverlage&#8221; zu den klassischen Nachrichtenströmen wahr genommen werden und sich entfalten können, das ist die logische Folge eines viralen Evolutionsprogramms.</p>
<p>Die Ankündigung von AFP ist also zweifellos eine gute Nachricht, die in der Welt der großen Newsdesk sicherlich untergeht, aber doch ein Nährboden für das künftige Wachstum von alternativen Sichtweisen auf die volatile Welt darstellt.</p>
<p>Vielleicht landen ja irgendwann sogar Videos auf dem <a href="http://www.youtube.com/user/afp?blend=1&amp;ob=4">Youtube-Kanal von AFP</a>, worüber sich Google-Chef Eric Schmidt freuen würde. Und dann hätte er aus Nutzersicht deutlich mehr zu erzählen auf der nächsten IFA, als sich die immer neuen Vorwürfe anzuhören, es handle sich bei dem Suchmaschinenkonzern am Ende doch nur um eine Datenkrake.</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/be39304acbe54106ba7d12c3c94a3051" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fblogger-goes-media-mainstream-afp-zitiert-%25e2%2580%259eaugmented-humanity%25e2%2580%259c%2F&amp;title=Blogger%20goes%20Media-Mainstream%3A%20AFP%20zitiert%20%E2%80%9Eaugmented%20humanity%E2%80%9C" id="wpa2a_12"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bilanzen, Blödsinn und Bernanke</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 18:02:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mgaertner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe heute morgen die jüngsten Quartalszahlen der kanadischen Banken für die Börsenzeitung kommentiert. Dabei wurde mir einmal mehr klar, wie verworren und manipuliert unsere Wahrnehmung geworden ist. Ergebnisse von Publikumsfirmen werden nicht mehr am Vorquartal gemessen, oder am selben Zeitraum des Vorjahres, sondern an den Prognosen, die Analysten gestellt haben, jene Analysten, die zuvor von den Investor Relations-Leuten in jenen Firmen gefüttert wurden, die sie nun bewerten sollen. Im Klartext: Um die wirtschaftliche Leistung eines Unternehmens abzubilden, betrachten wir nicht mehr einfach den Zeitverlauf der Kennziffern im Lichte des Marktumfeldes. Nein, wir überlassen die Vermessung der Performance einer kleinen, manipulierten Gilde. Die wird von den Unternehmen kräftig massiert, und natürlich schön zu Ausflügen eingeladen. Währenddessen sitzen ungezählte Journalisten in ihren Newsräumen und Korrespondenten-Büros und wiederkäuen dieselben Zahlen, weil Dienstreisen zu teuer geworden sind. Dieser Stubenhocker-Journalismus endet dann damit &#8211; Verzeihung für den etwas lokalen und nicht in der Finanzwelt angesiedelten Vergleich &#8211; dass die Lokalreporter der Vancouver Sun an meinem &#8220;Dienstort&#8221; plötzlich &#8220;hören&#8221;, dass die oberen sieben von elf Stockwerken des Rathauses der Stadt seit einem Jahr leerstehen, während die Engineering-Abteilung sich für 48 Mill. Dollar in ein externes Gebäude eingemietet hat. Wo haben die eigentlich die ganze Zeit &#8220;recherchiert&#8221;, wenn [...]]]></description>
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<p>Ich habe heute morgen die jüngsten Quartalszahlen der kanadischen Banken für die Börsenzeitung kommentiert. Dabei wurde mir einmal mehr klar, wie verworren und manipuliert unsere Wahrnehmung geworden ist. Ergebnisse von Publikumsfirmen werden nicht mehr am Vorquartal gemessen, oder am selben Zeitraum des Vorjahres, sondern an den Prognosen, die Analysten gestellt haben, jene Analysten, die zuvor von den Investor Relations-Leuten in jenen Firmen gefüttert wurden, die sie nun bewerten sollen.</p>
<p>Im Klartext: Um die wirtschaftliche Leistung eines Unternehmens abzubilden, betrachten wir nicht mehr einfach den Zeitverlauf der Kennziffern im Lichte des Marktumfeldes. Nein, wir überlassen die Vermessung der Performance einer kleinen, manipulierten Gilde. Die wird von den Unternehmen kräftig massiert, und natürlich schön zu Ausflügen eingeladen. Währenddessen sitzen ungezählte Journalisten in ihren Newsräumen und Korrespondenten-Büros und wiederkäuen dieselben Zahlen, weil Dienstreisen zu teuer geworden sind.</p>
<p>Dieser Stubenhocker-Journalismus endet dann damit &#8211; Verzeihung für den etwas lokalen und nicht in der Finanzwelt angesiedelten Vergleich &#8211; dass die Lokalreporter der Vancouver Sun an meinem &#8220;Dienstort&#8221; plötzlich &#8220;hören&#8221;, dass die oberen sieben von elf Stockwerken des Rathauses der Stadt <a href="http://www.vancouversun.com/sports/Vancouver+city+hall+houses+seven+empty+floors/3430185/story.html">seit einem Jahr leerstehen</a>, während die Engineering-Abteilung sich für 48 Mill. Dollar in ein externes Gebäude eingemietet hat. Wo haben die eigentlich die ganze Zeit &#8220;recherchiert&#8221;, wenn keiner von ihnen 12 Monate lang im Rathaus über den vierten Stock hinauskam ?</p>
<p><a href="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-08-27_1040.png"><img title="2010-08-27_1040" src="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-08-27_1040.png" alt="" width="650" height="550" /></a></p>
<p>Dass Beobachtungen leicht verfügbar sind, aber in Mogelpackungen verkleidet oder durch sträfliche Nachlässigtkeit überhaupt nicht an die Leser weiter gereicht werden, haben wir auch in der Finanzwelt, beziehungsweise im Finanzjournalismus, oft genug beobachtet. Als ich Anfang 1997 meinen Job als Finanzkorrespondent der ARD in Frankfurt aufgab um auf eigene Faust nach Südostasien umzusiedeln und das Geheimrezept der wachstumswütigen Tigerstaaten zu ergründen, fand ich ein Kartenhaus vor. Acht Wochen bevor Thailand am 1. Juli 1997 schlagartig den Baht abwertete und damit die asiatische Finanzkrise einleitete &#8211; wir waren erst zwei Monate im Land &#8211; bot ich der ARD Berichte über das heraufziehende Gewitter an.</p>
<p><img title="2010-01-22_1225" src="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-01-22_1225.png" alt="" width="500" height="500" /></p>
<p>Niemand wollte ein Stück haben. Keine Nachrichtenagentur hatte darüber berichtet, also war es noch kein Thema. Es hatte auch kein aufgeregter Analyst in den Newsräumen in Deutschland angerufen. Und die gesamte ARD hatte in Südostasien nur einen fest angestellten Korrespondenten sitzen, das war ein Politikjournalist. Freunde in den Redaktionen des Bayerischen Rundfunks erzählten mir später, dass man in den Redaktionskonferenzen in großer Runde herzlich lachte, als Markus Gärtner von Kuala Lumpur aus Berichte über eine nahende Katastrophe anbot. Nach dem Motto: Jetzt ist er frei dort unten tätig und muss die Nachrichten &#8220;ein bisschen aufbocken&#8221;, um Aufträge zu bekommen.</p>
<p>Kurz darauf krachte es. Der Rest ist bekannt.</p>
<p>Seitdem &#8211; und auch davor &#8211; hat meine Zunft viele Finanzkatastrophen nicht kommen sehen. Auch die jetzige nicht, da sie ja kein Fed-Chairman, keine Nachrichtenagentur und kein Analyst annoncierte.</p>
<p>Warum schauen wir nicht öfter hinter den Zaun ?</p>
<p><a href="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-04-10_1801.png"><img title="2010-04-10_1801" src="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-04-10_1801.png" alt="" width="397" height="450" /></a></p>
<p>Das hat vor allem damit zu tun, wie wir &#8211; und damit komme ich zum Ausgangspunkt &#8211; mit Zahlen umgehen. Wir lassen uns von Ämtern, Investmentbanken und Lobbyorganisationen wie Verbänden mieses Zahlenmaterial andrehen und nehmen es für bare Münze. Wir haben auch keine Zeit, tiefer in dicken Quartals- und Jahresberichten zu graben. Das habe ich erst richtig gemerkt, als ich anfing diesen Blog aufzubauen und Themen zu recherchieren, für die Zeitungen keine Zeit haben.</p>
<p>Weitere Beispiele: Wir alle kauen regelmäßig die Konsum- und Einzelhandelszahlen aus den USA wieder, vor allem die &#8220;Same Store Sales&#8221;, die den privaten Konsum in jenen Läden und Supermärkten messen, die es seit mindestens einem Jahr gibt. Das suggeriert verlässliche Zahlenreihen. Richtig ? Blödsinn ! Diese Betrachtungsweise berücksichtigt nämlich nur jene Umsätze im Einzelhandel, die in den noch existierenden Läden getätigt werden. Natürlich sind das mehr als vor einem Jahr, wenn inzwischen einige andere Läden &#8211; die damit aus der Statistik herausfallen &#8211; von den Kunden nicht mehr frequentiert werden.</p>
<p>Genauso lassen wir uns von der Fed einfach die M3-Zahlen stehlen, die wichtige Aufschlüsse über die wirtschaftliche Aktivität erlauben. Genauso schlucken wir regelmäßig &#8220;annualisierte&#8221; &#8211; also geglättete &#8211; Zahlen, die einfach schöner aussehen sollen als die nackten und oft unappetitlichen Monatszahlen. Genauso nehmen wir auch &#8211; manchmal mit Murren &#8211; Inflationszahlen hin, obwohl die von allen genutzte Messlatte CPI &#8211; Kerninflation &#8211; wichtige Ausgabenposten der privaten Haushalte gar nicht enthält. Nahrung, Energie, Immobilienpreise und Wertpapiere werden völlig unzulänglich oder gar nicht abgebildet.</p>
<p>Als ich kurz nach der Währungsumstellung auf den Euro ein Interview mit dem damaligen Chefvolkswirt der Deutsche Bank &#8211; Norbert Walter (der hier auch schon geschrieben hat) &#8211; führte, hatten wir ein Streitgespräch über die meiner Ansicht nach versteckte Inflation, die mich damals sehr aufregte. Walter legte mir mit &#8220;seinen&#8221; Statistiken dar, dass ich völlig danebenlag. Er räumte aber ein, dass seine Frau ihm immer nach dem Einkaufen eine Vorlesung über die erneut gestiegenen Preise hielt.</p>
<p>&#8230; es war doch eine Bubble.</p>
<p><a href="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-05-19_17361.png"><img title="2010-05-19_1736" src="http://blog.markusgaertner.com/wp-content/uploads/2010/08/2010-05-19_17361.png" alt="" width="511" height="356" /></a></p>
<p>Sehr oft betrügen wir uns auch mit verquerem Denken selbst. So wie heute Bloomberg bei der Meldung über die revidierte Quartalszahl für das Vierteljahr bis Juni. Es ging um das BIP-Wachstum in den USA, ursprünglich mit 2,4% gemeldet, jetzt auf 1,6% nach unten revidiert. Eine ziemlich deprimierende Korrektur, wie ich finde. Doch Bloomberg meldete, &#8220;das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im zweiten Quartal weniger als erwartet&#8221;. Wow, so leicht macht man daraus eine positive Nachricht.</p>
<p>Als Oberpriester der Verdrehung und Volkspropaganda entpuppen sich dabei immer wieder Fedchef Ben Bernanke und Finanzminister Timothy Geithner. Geithner sieht die US-Wirtschaft &#8220;auf dem Wege der Erholung&#8221;. &#8220;Nein, da sind wir nicht&#8221;, schrieb ihm dafür Nobelpreisträger Paul Krugman am Donnerstag per New York Times-Kommentar ins Protokoll.</p>
<p>Krugman greift in dem Meinungsstück &#8211; Titel: &#8220;Dies ist keine Erholung&#8221; &#8211; beherzt in die Tasten: &#8220;Warum überziehen Leute, die es besser wissen müssen, die ökonomische Realität mit einem Zuckerguss ?&#8221;. Krugman macht sich in dem lesenswerten Stück auch über die Diskussion zum &#8220;Double Dip&#8221; lustig: &#8220;Wird das BIP infolge eines Double Dip wirklich schrumpfen ? Wen interessiert das ? Wenn die Arbeitslosigkeit für den Rest des Jahres zunimmt, was wahrscheinlich ist, dann ist es doch völlig egal, ob die BIP-Zahlen leicht im Plus oder leicht im Minus sind&#8221;.</p>
<p>Und Bennyboy hielt am Freitag seine viel beachtete Rede in Jackson Hole, dem Shangri-La für Noten-banker aus aller Welt: Schöne Berge, herrliche Golfplätze, dicke Steaks und viele brave Wirtschaftsjournalisten, die begierig zuhören. Das Wirtschaftswachstum, so ließ sich Bernanke in Wyoming vernehmen, sei &#8220;in der jüngsten Zeit irgendwie etwas weniger lebhaft&#8221;. Besser hätte das kein chinesischer Propaganda-Minister verdrehen können. Der Unterschied ist: Alle Chinesen wissen, dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Viele Finanzmedien und deren Leser im Westen sind ahnungslos oder zumindest schwer von Verdrängung geplagt.</p>
</div>
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		<title>Auseinandersetzung zwischen Wirtschaftsblogs und Spiegel Online um noa bank</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 19:22:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>delsner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen hat es eine noch weiterhin andauernde Auseinandersetzung der Wirtschaftsblogszene mit einem Beitrag auf Spiegel Online gegeben. Günter Heismann hatte sich “intensiv” mit der noa bank unter dem Titel “Grüne” Bank mit dubiosen Gründern” beschäftigt. Die “Bloggemeinde” zeigte sich irritiert über den Duktus dieses Artikels, den viele als Diskreditierung einer vielversprechenden Neugründung in der nicht gerade sehr innovativen Finanzwelt empfanden (der Blick Log hatte sich ebenfalls damit befasst in “noa bank-Bashing durch Spiegel Online”). Inhaltlich hatte Heismann kaum nennenswerte Neuigkeiten recherchiert, die nicht bereits bekannt waren und vom noa Gründer Francois Jozic nicht einmal verheimlicht wurden. Das noch sehr junge Institut versucht sich unter dem Claim Transparenz und Nachhaltigkeit derzeit am Markt zu etablieren. Die Blogszene, für die die Inhalte des Beitrags alles andere als neu waren, wunderte sich unterdessen, warum ausgerechnet Spiegel Online sich auf eine vergleichsweise plumpe Art gegen ein noch junges Institut stellt, dass versucht neue Weg zu gehen. Inhaltlich hat sich Lothar Lochmaier, den in Deutschland möglicherweise besten unabhängigen Kenner der neuen Institute, in zwei Blogbeiträgen mit dem Spiegel Artikel zur noa bank befasst (siehe “Noa Bank: Spiegel Online setzt zum Angriff an” und Noa Bank: Wie verdient das Finanzinstitut eigentlich sein Geld?). [...]]]></description>
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</a>
</div><p>In den vergangenen Wochen hat es eine noch weiterhin andauernde Auseinandersetzung der Wirtschaftsblogszene mit einem Beitrag auf Spiegel Online gegeben. Günter Heismann hatte sich “intensiv” mit der noa bank unter dem Titel “Grüne” Bank mit dubiosen Gründern” beschäftigt. Die “Bloggemeinde” zeigte sich irritiert über den Duktus dieses Artikels, den viele als Diskreditierung einer vielversprechenden Neugründung in der nicht gerade sehr innovativen Finanzwelt empfanden (der Blick Log hatte sich ebenfalls damit befasst in “<a href="http://www.blicklog.com/2010/04/09/noa-bank-bashing-durch-spiegel-online/" target="_blank">noa bank-Bashing durch Spiegel Online</a>”). Inhaltlich hatte Heismann kaum nennenswerte Neuigkeiten recherchiert, die nicht bereits bekannt waren und vom noa Gründer Francois Jozic nicht einmal verheimlicht wurden. Das noch sehr junge Institut versucht sich unter dem Claim Transparenz und Nachhaltigkeit derzeit am Markt zu etablieren.</p>
<p>Die Blogszene, für die die Inhalte des Beitrags alles andere als neu waren, wunderte sich unterdessen, warum ausgerechnet Spiegel Online sich auf eine vergleichsweise plumpe Art gegen ein noch junges Institut stellt, dass versucht neue Weg zu gehen. Inhaltlich hat sich Lothar Lochmaier, den in Deutschland möglicherweise besten unabhängigen Kenner der neuen Institute, in zwei Blogbeiträgen mit dem Spiegel Artikel zur noa bank befasst (siehe “<a href="http://lochmaier.wordpress.com/2010/04/08/noa-bank-spiegel-online-setzt-zum-angriff-an/">Noa Bank: Spiegel Online setzt zum Angriff an</a>” und <a href="http://lochmaier.wordpress.com/2010/04/08/noa-bank-wie-verdient-das-finanzinstitut-eigentlich-sein-geld/">Noa Bank: Wie verdient das Finanzinstitut eigentlich sein Geld?</a>). Für diese deutlich differenziertere und keinesfalls unkritische Sichtweise interessieren sich aber <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:gebrochene-versprechen-noa-bank-holt-der-alltag-ein/50098372.html">weder FTD</a> noch <a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/945/508095/text/">Süddeutsche</a>, die beide ohne Hinterfragen die Inhalte des Spiegel Beitrags übernahmen.</p>
<p>Boris Janek vom Blog Finance 2.0 <a href="http://electrouncle.wordpress.com/2010/04/09/ein-zweifelhafter-artikel-der-aber-auch-hoffnung-macht/" target="_blank">bewertet die Debatte</a> so:</p>
<p> <span id="more-652"></span>
</p>
<blockquote><p>“Was wäre wohl in einer anderen Medienlandschaft passiert? Einer Medienlandschaft mit wenigen, aber dafür um so mächtigeren Meinungsmachern. In welcher die Medien als Filter fungieren und nicht wie im Internet die Endnutzer. Das Internet gibt allen Menschen – Unternehmen und Privaten – die Möglichkeit sich darzustellen und auf die Aktivitäten der Institutionen, Organisationen und etablierten Eliten zu reagieren. Das haben gestern und heute viele Blogs gemacht. Sie haben damit wesentlich sachlicher, zurückhaltender und fairer reagiert, als der sogenannte Qualitätsjournalismus, der sich vom Internet offensichtlich so sehr unter Druck gesetzt fühlt, dass er sich an seine, von ihm selbst als Unterscheidungskriterium ins Spiel gebrachte, Kriterien nicht mehr zu halten vermag.”</p>
</blockquote>
<p>Der auch in Medienkreisen viel gelesene Blog <a href="http://carta.info/25358/gute-zinsen-gutes-gewissen-aber-schlechte-presse-die-noa-bank-in-den-medien/" target="_blank">Carta wunderte sich ebenfalls</a>:</p>
<blockquote><p>“Die Noa Bank ist ein noch sehr junges Institut in der deutschen Bankenlandschaft, das in der etablierten Presse erst hochgejubelt wurde und nun, angeführt von Spiegel Online, scharf attackiert wird. Differenzierter und unaufgeregter urteilen die Wirtschaftsblogs.”</p>
</blockquote>
<p>Ich habe wenig Neigung, die ganze Story hier noch einmal aufzurollen. Sehr ärgerlich finde es ich freilich, wenn ausgerechnet ein (freier?) Mitarbeiter von Spiegel Online dafür sorgt, dass Blogger Beiträge vom Netz nehmen oder anpassen (sollen). So passiert <a href="http://carta.info/26362/noa-bank-reloaded-carta-ueberprueft-artikel/" target="_blank">bei Carta</a>, <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/kopfkompass/schlampige-recherche-bei-spiegel-online/?searchterm=noa" target="_blank">beim Freitag</a> und bei <a href="http://lochmaier.wordpress.com/2010/04/11/noa-bank-grunder-francois-jozic-bezieht-stellung-zur-medienkampagne-gegen-newcomer-blogosphare-differenziert-statt-nur-einseitig-wie-die-leitmedien-zu-polarisieren/" target="_blank">Lothar Lochmaier</a>. Matthias Schwenk schrieb u.a.</p>
<blockquote><p>“Heismann wirft <em>Carta</em> nicht nur inhaltliche, sondern auch <strong>handwerkliche Fehler</strong> vor: Er hätte es als angemessen und notwenig empfunden, dass er zu den bei uns publizierten Vorwürfen zu seiner Berichterstattung hätte Stellung nehmen können müssen. Wir hätten auch ihn kontaktieren sollen. In der Tat erscheint es in Nachschau besser, hätte ich Heismann zu dem Thema kontaktiert.</p>
<p>Seine Reaktion hingegen, <strong>mit Abmahnung zu drohen – und so eine offene Diskussion zu verhinden</strong>, erscheint überzogen. Vermutlich sind hier einmal mehr alte und neue Medienkultur aufeinander geprallt: Hier der Journalist klassischer Prägung, der seit langem für angesehene (Print-)Medien schreibt, dort der Blogger, der auf die Wirkung der Verlinkungen sowie die Kommentare zu seinen Artikeln setzt. Sprechen wir die gleiche Sprache?”</p>
</blockquote>
<p>Wer wie gut recherchiert hat, lässt sich aus der Distanz kaum beurteilen. Absurd finde ich aber die Vorstellung von Heismann, Kritik an seiner Recherche <span style="text-decoration: underline">vorher</span> mit ihm zu besprechen. Hallo! Wir sind im 2.0-Zeitalter und nicht in einer beamteten Schreibstube der 70er-Jahre, in der jeder Satz durch mehrere Instanzen abgestimmt wird. In der 2.0-Welt führt man im Zweifel eine öffentliche Debatte über Inhalte. Und wenn jemand schreibt, er finde bestimmte Menschen dubios (hat Heismann das eigentlich mit Jozic abgestimmt?), dann muss dazu auch geäußert werden dürfen, man empfinde die damit verbundene Recherche als schlampig.</p>
<p>Ich halte Lothar Lochmaier und Michael Schwenk für ausgesprochen gute und sehr lesenswerte Autoren. Als Nicht-Journalist kenne ich die Maßstäbe nicht, mit denen Journalisten die Qualität von Artikeln bewerten und will sie auch gar nicht kennen lernen. Ich beurteile Artikel nach ihrem Informations- und Unterhaltungswert. Nach diesem Maßstab finde ich einen deutlich höheren Anteil lesenswerter Artikel bei <a href="http://carta.info/" target="_blank">Carta </a>und <a href="http://lochmaier.wordpress.com/" target="_blank">Social Banking 2.0</a> als bei Spiegel Online, denen offenbar der Weggang von Wolfgang Büchner bisher nicht gut bekommen ist. Die Beiträge der populären Medien wie Spon, Handelsblatt und vielen anderen leider darunter, dass sie immer einer bestimmten Dramaturgie folgen müssen, vermutlich wird das auf Journalistenschulen so gelehrt. Gibt ein Sachverhalt keine wie auch immer definierte Dramaturgie her, dann wird entweder künstlich eine konstruiert oder das Thema fallengelassen.</p>
<p>Im Blogland wird gemunkelt, Herr Heismann sei weiter auf Recherche, um in Sachen noa bank doch noch einen Scoop zu landen. Warum er sich ausgerechnet die Neugründung noa bank heraussucht, bleibt wohl sein Geheimnis. Recherchiert man lange genug, dann wird man über jedes Unternehmen und jede Person &quot;Empörendes&quot; finden, was sich zu einem Skandälchen aufblasen lässt. Wir sind allerdings nicht sehr gespannt darauf, denn es gibt interessantere Ziele, die sich die &quot;Woodwards&quot; und &quot;Bernsteins&quot; suchen könnten.</p>
<p>Hier Links auf weitere Reaktionen der letzten Wochen</p>
<p><a href="http://egghat.blogspot.com/2010/04/noa-bank-der-skandal-ist-die-presse_09.html">Egghat: noa Bank – Der Skandal ist die Presse …</a></p>
<p><a href="http://lochmaier.wordpress.com/2010/04/09/noa-bank-diskussion-um-un-serioses-geschaftsmodell-halt-an-deutsches-factoring-portal-kritisiert-spiegel-online-wegen-irrefuhrender-recherche/">SB 2.0: Noa Bank: Diskussion um (un-)seriöses Geschäftsmodell hält an – Deutsches Factoring-Portal kritisiert Spiegel online wegen irreführender Recherche</a></p>
<p><a href="http://suttnerblog.blogspot.com/2010/04/spiegel-online-uber-die-noa-bank-ein_5694.html">Suttnerblog: Spiegel Online über die Noa Bank: ein Kommentar.</a></p>
<p><a href="http://www.optimal-banking.net/2010/noa-bank-agnes-pustul/">Geld &amp; Finanzen: Noa Bank: Kundenbetreuung von Spanien aus?</a></p>
<p>Beitrag ursprünglich <a href="http://www.blicklog.com/2010/05/02/auseinandersetzung-zwischen-wirtschaftsblogs-und-spiegel-online-um-noa-bank/" target="_blank">erschienen im Blick Log</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fauseinandersetzung-zwischen-wirtschaftsblogs-und-spiegel-online-um-noa-bank%2F&amp;title=Auseinandersetzung%20zwischen%20Wirtschaftsblogs%20und%20Spiegel%20Online%20um%20noa%20bank" id="wpa2a_16"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Popular Science + oder: Wie Verlage sich auf das iPad einstellen</title>
		<link>http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/popular-science-oder-wie-verlage-sich-auf-den-ipad-einstellen/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 19:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Detlef Korus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Image by Getty Images via Daylife Im Bloggerforum-Wirtschaft haben wir hier bereits über die Herausforderung für jeden Verlag geschrieben, den das iPad von Apple darstellt. Die &#8220;Multi-Channel-Media&#8221;-Gesellschaft Bonnier hat in einem, wie ich finde, ziemlich beeindruckenden Video dargestellt, wie Sie ihr erstes digitales Magazin für das iPad entwickelt hat. Man muss kein iPad-Fan zu sein, um doch anerkennen zu können, daß die neue Art, ein Magazin auf einem mobilen Touch-Screen so zu präsentieren, geeignet ist, unsere Auffassung von Magazinen  radikal zu überdenken. Zugegeben, die Geschichte ist heute schon zwei Wochen alt &#8211; weil ich aber erst heute darüber gestolpert bin, wollte ich nicht versäumt haben, Sie darüber kurz zu unterrichten. Popular Science+ zeigt dabei, wie expirementierfreudig die Entwickler gearbeitet haben, um eine ganz eigene Vision davon zu vermitteln, was ein digitales Magazin heute sein kann. In Deutschland darf man gespannt darauf warten, welcher der großen Verlage als Erster mit einer ähnlichen technischen Innovation aufwarten dürfte. Wie es heißt, ist Springer hier angeblich weit vorne mit der &#8220;WELT&#8221;, fragt sich, wann der Verlag ein ähnlich beeindruckendes Promotion-Video &#8220;in eigener Sache&#8221; veröfftentlicht. Mag+, Bonniers digitale Magazin-Plattform (oder sollte man sagen: App?) wird im Blogeintrag auf Vimeo beschrieben als ein Projekt, das vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="buzz_share_1" style="float: right; margin-right: 10px">
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</a>
</div><div class="zemanta-img" style="margin: 1em; display: block;">
<div>
<dl class="wp-caption alignright" style="width: 160px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.daylife.com/image/04Lhegw8kY8kA?utm_source=zemanta&amp;utm_medium=p&amp;utm_content=04Lhegw8kY8kA&amp;utm_campaign=z1"><img title="SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  Apple Inc. CEO St..." src="http://cache.daylife.com/imageserve/04Lhegw8kY8kA/150x100.jpg" alt="SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  Apple Inc. CEO St..." width="150" height="100" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd zemanta-img-attribution" style="font-size: 0.8em;">Image by <a href="http://www.daylife.com/source/Getty_Images">Getty Images</a> via <a href="http://www.daylife.com">Daylife</a></dd>
</dl>
</div>
</div>
<p>Im Bloggerforum-Wirtschaft haben wir <a href="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/index.php/so-sehen-medien-in-zukunft-aus-und-nicht-anders/" target="_self">hier</a> bereits über die Herausforderung für jeden Verlag geschrieben, den das <a class="zem_slink" title="iPad" rel="homepage" href="http://www.apple.com/ipad/">iPad</a> von <a class="zem_slink" title="Apple" rel="homepage" href="http://www.apple.com">Apple</a> darstellt. Die &#8220;<a href="http://http://www.bonnier.com/en/content/who-we-are" target="_blank">Multi-Channel-Media&#8221;-Gesellschaft Bonnier </a>hat in einem, wie ich finde, ziemlich beeindruckenden Video dargestellt, wie Sie ihr erstes digitales Magazin für das iPad entwickelt hat.</p>
<p>Man muss kein iPad-Fan zu sein, um doch anerkennen zu können, daß die neue Art, ein Magazin auf einem mobilen Touch-Screen so zu präsentieren, geeignet ist, unsere Auffassung von Magazinen  radikal zu überdenken. Zugegeben, die Geschichte ist heute schon zwei Wochen alt &#8211; weil ich aber erst heute darüber gestolpert bin, wollte ich nicht versäumt haben, Sie darüber kurz zu unterrichten.</p>
<p>Popular Science+ zeigt dabei, wie expirementierfreudig die Entwickler gearbeitet haben, um eine ganz eigene Vision davon zu vermitteln, was ein digitales Magazin heute sein kann.</p>
<p>In Deutschland darf man gespannt darauf warten, welcher der großen Verlage als Erster mit einer ähnlichen technischen Innovation aufwarten dürfte. Wie es heißt, ist <a class="zem_slink" title="Springer Science+Business Media" rel="wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Springer_Science%2BBusiness_Media">Springer</a> hier angeblich weit vorne mit der &#8220;WELT&#8221;, fragt sich, wann der Verlag ein ähnlich beeindruckendes Promotion-Video &#8220;in eigener Sache&#8221; veröfftentlicht.</p>
<p>Mag+, Bonniers digitale Magazin-Plattform (oder sollte man sagen: App?) wird im Blogeintrag auf <a class="zem_slink" title="Vimeo" rel="homepage" href="http://www.vimeo.com">Vimeo</a> beschrieben als ein Projekt, das vor Monaten als Kooperation zwischen der Bonnier Global Taskforce und BERG, einem Londoner Design-Studio, begonnen wurde.</p>
<p>Das Ziel war, so die Bonnier-Leute, alle Vorteile zu bieten, die ein auflagenstarkes Magazin heute auch bietet &#8211; als beeindruckendes, Massen erreichendes Medium &#8211; und diese zusätzlich anzureichern mit hochwertigst präsentierten Inhalten, Inhalten, die von einem ganzen Stab von Fachredakteuren entwickelt wurden, um diese anschließend mit beeindruckenden Präsentationsfeatures anzureichern, während genau dieser Prozess gleichzeitig ständig neu definiert wurde, bis das Projekt auf dem Schirm des iPads erscheinen konnte.</p>
<p>Ausführlich nachlesen kann man die ganze Geschichte übrigens hier: <a rel="nofollow" href="http://www.bonnier.com/betalab" target="_blank">bonnier.com/betalab</a> &#8211; Bonnier lädt übrigens alle Interessierten ein zum Feedback &#8211; und auch das ist ein gutes Beispiel, wie innovative Firmen heute ins Gespräch kommen können.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10630568&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10630568&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/10630568">Mag+ live with Popular Science+</a> from <a href="http://vimeo.com/bonnier">Bonnier</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Reblog this post [with Zemanta]" href="http://reblog.zemanta.com/zemified/a6dad500-8de9-410c-96d7-6b922eef0b7f/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: medium none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/reblog_e.png?x-id=a6dad500-8de9-410c-96d7-6b922eef0b7f" alt="Reblog this post [with Zemanta]" /></a><span class="zem-script more-related pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fpopular-science-oder-wie-verlage-sich-auf-den-ipad-einstellen%2F&amp;title=Popular%20Science%20%2B%20oder%3A%20Wie%20Verlage%20sich%20auf%20das%20iPad%20einstellen" id="wpa2a_18"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Schweigen der Medien oder warum ausgerechnet der iPad die Medienkrise verst&#228;rkt</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 20:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>delsner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftspresse]]></category>

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		<description><![CDATA[Da macht sich endlich einmal jemand die Mühe und setzt sich akribisch mit dem Wirtschaftsjournalismus auseinander und die meisten Betroffenen schweigen. Die Rede ist natürlich von der Studie &#8220;Wirtschaftsjournalismus in der Krise –  Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik&#8221; der Otto Brenner Stiftung. In den Links auf Reaktionen vermisse ich Reaktionen von FTD, Wirtschaftswoche, Zeit und natürlich der FAZ. Das Handelsblatt hat immerhin in der Printausgabe vom letzten Freitag reagiert (siehe unten). Diese Leitmedien scheinen viel aus der Wirtschaftspraxis gelernt zu haben: Kritik wird ausgesessen. Fast könnte man es wie die NachDenkSeiten in etwas anderem Kontext mit “Totschweigen als Methode zur Verschleierung der Meinungsmache” bezeichnen. Als aktiver Medienkonsument frage ich mich nach der Selbstreflektionsfähigkeit der Leitmedien. Hoffen sie, dass Beiträge, wie die von Carta (Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Ahnungslos, orientierungslos, überfordert) oder dem Spiegelfechter (Wachhunde oder Lemminge? Der Journalismus und die Finanzkrise) nur ein Spezialpublikum erreichen und sonst wieder schnell vergessen werden? Als intensiver Nutzer von FTD, Handelsblatt und FAZ kann ich die Schelte in Teilen nachvollziehen, in einigen Teilen jedoch nicht. Hier einige Punkte, die mir als Medienkonsument auffallen und mich stören: Da ist etwa der unkritische Umgang mit den ewig gleichen “renommierten Fachleuten” und “angesehenen Experten”, die meist sehr [...]]]></description>
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</div><div class="wp-caption alignleft" style="width: 346px"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=lAl28d6tbko"><img style="display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0pt none;" title="image" src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/uploads/2010/04/image_thumb4.png" border="0" alt="image" width="336" height="251" align="left" /></a><p class="wp-caption-text">Zerstörter iPad: Ausschnitt &quot;Will It Blend? – iPad</p></div>
<p>Da macht sich endlich einmal jemand die Mühe und setzt sich akribisch mit dem Wirtschaftsjournalismus auseinander und die meisten Betroffenen schweigen. Die Rede ist natürlich von der Studie &#8220;<a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/veranstaltungen/sonstige-veranstaltungen/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise.html" target="_blank">Wirtschaftsjournalismus in der Krise –  Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik</a>&#8221; der Otto Brenner Stiftung. In den Links auf Reaktionen vermisse ich Reaktionen von FTD, Wirtschaftswoche, Zeit und natürlich der FAZ. Das Handelsblatt hat immerhin in der Printausgabe vom letzten Freitag reagiert (siehe unten).</p>
<p>Diese Leitmedien scheinen viel aus der Wirtschaftspraxis gelernt zu haben: Kritik wird ausgesessen. Fast könnte man es wie die NachDenkSeiten in etwas anderem Kontext mit “<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4773&amp;utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter" target="_blank">Totschweigen als Methode zur Verschleierung der Meinungsmache</a>” bezeichnen. Als aktiver Medienkonsument frage ich mich nach der Selbstreflektionsfähigkeit der Leitmedien. Hoffen sie, dass Beiträge, wie die von Carta (<a href="http://carta.info/23945/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ahnungslos-und-meinungsschwach/" target="_blank">Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Ahnungslos, orientierungslos, überfordert</a>) oder dem Spiegelfechter (<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2101/wachhunde-oder-lemminge-der-journalismus-und-die-finanzkrise">Wachhunde oder Lemminge? Der Journalismus und die Finanzkrise)</a> nur ein Spezialpublikum erreichen und sonst wieder schnell vergessen werden?</p>
<p>Als intensiver Nutzer von FTD, Handelsblatt und FAZ kann ich die Schelte in Teilen nachvollziehen, in einigen Teilen jedoch nicht. Hier einige Punkte, die mir als Medienkonsument auffallen und mich stören:</p>
<p><span id="more-594"></span>Da ist etwa der unkritische Umgang mit den ewig gleichen “renommierten Fachleuten” und “angesehenen Experten”, die meist sehr ungefiltert zitiert werden. Es wird dann jeweils so getan, als müsse das, was George Soros, Nouriel Roubini oder Warren Buffet von sich geben, einfach stimmen. Niemand macht sich die Mühe, diese Personen, geschweige denn ihre Aussagen kritisch auf den Prüfstand zu stellen. So kann man Medienkompetenz nicht zurück gewinnen.</p>
<p>Schlimmer als die ewig gleichen “<a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/02/wie-frank-schirrmacher-sich-seine-experten-aufblast/" target="_blank">aufgeblasene Experten</a>” (Thomas Knüwer) ist zeitweise die “Hof-Berichterstattung” über einige Manager. Besonders auffällig sind dabei Attribute, mit denen einige Personen hochgelobt werden und die ein eigenes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bullshit-Bingo">Bullshit-Bingo</a> füllen könnte:  “Er gilt als knallharter Sanierer”,  “Er hat sich als charismatische Führungsfigur durchgesetzt”, oder “Er hat sich mit dem Aufbau von xyz einen Namen gemacht.” Selten wird die Frage gestellt, ob diese Erfolge wirklich den Personen so zuzuschreiben sind und welchen Anteil der Zufall oder andere Personen am Erfolg hatten. Die PR-Abteilung lässt in jedem Fall grüßen, womit solche Beiträge kaum noch lesbar sind.</p>
<p>Dabei ist die Wirtschaftsgeschichte voll mit ehemals hochgejubelten und später gescheiterten Führungsfiguren. Nein, ich denke heute nicht an <a href="http://blog.business-model-innovation.com/2010/03/thomas-middelhoff-or-how-to-earn-money-with-a-bad-business-model/" target="_blank">Thomas Middelhoff</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/karriere-wende-das-comeback-des-lars-windhorst;2535416" target="_blank">Lars Windhorst</a><strong>,</strong> Jean-Marie Messier oder Jürgen Schrempp, sondern an <a href="http://www.blicklog.com/2010/03/30/die-sonnenfinsternis-des-utz-claassen-bei-solar-millennium/" target="_blank">Utz Claassen</a>. Denn an diesem jüngsten Beispiel ist wieder gut zu beobachten, dass die Jubelarien der Vergangenheit gern verschwiegen werden. Freilich ist Claassen nur eine Amöbe im Vergleich zu Alan Greenspan, der noch bis zum Ende seiner Amtszeit von den Wirtschaftsmedien vergöttert wurde und erst mit dem Ausbruch der Finanzkrise ausgestoßen wurde.</p>
<p>Und natürlich gibt es weiterhin viele Helden, vor denen der Kniefall geübt wird. Ich nenne nur Warren Buffett, Steve Jobs oder Wolfgang Bernhard. Den ehemaligen Liebling der Wirtschaftspresse, Karl-Theodor zu Guttenberg, betrachten Journalisten erst in jüngster Zeit kritischer. Kurz nach seinem Amtsantritt war nur im <a href="http://www.blicklog.com/2009/03/19/zu-guttenberg-holt-drei-minuspunkte-im-us-auswrtsspiel/" target="_blank">Blick Log vom</a> Drang “des Neuminister zu überhöhter Selbstdarstellung” zu lesen.</p>
<p>Vor einem Jahr berichtete der Blog <a href="http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/02/03/51971/happy-boycott-cnbc-day/">Alphaville darüber</a>, das dem TV-Sender CNBC mangelndes redaktionelles Urteilsvermögen vorgeworfen wurde. Im Blickpunkt der Kritik stand die sehr stark personalisierte Berichterstattung über Personen. Der Sender mutiere immer mehr zu einer PR-Veranstaltung für Analysten und Investmentunternehmen. Und tatsächlich sollte sich manch ein Medium fragen, ob es nicht zu einer reinen PR-Abteilung geworden ist bzw. es schon immer war. Als Medienkonsument interessiert mich übrigens mittlerweile, ob ein Interview oder ein “Hintergrundbericht” auf Initiative eines Journalisten oder der Presse-Abteilung eines Unternehmens entstanden ist.</p>
<p>Irritierend fand ich, dass gerade im Herbst/Winter 2008/09 die Qualitätstitel dem Boulevard verfielen und viel Furcht während der Eskalation der Finanzkrise verbreitenden. Ich erinnere daran in dem Beitrag <a href="http://www.blicklog.com/2010/03/10/2009/08/24/kreditkarten-die-ausgebliebene-medien-monsterwelle/">“Die ausgebliebene Medien-“Monsterwelle”.</a> Dabei hätte gerade in diese Phase sachliche Aufklärung gut getan, anstatt ständig mit den düsteren Schlagzeilen prominenter Untergangspropheten aufzumachen (von denen sich bisher alle als falsch erwiesen haben). Als boulevardeske Verirrung kann man es übrigens auch bezeichnen, wenn sich etwa das Handelsblatt im Geschäftsbericht der Deutschen Bank hauptsächlich auf die <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/deutsche-bank-ackermann-kassiert-fast-zehn-millionen-euro;2546721" target="_blank">Angaben zur Vorstandsvergütung</a> stürzt.</p>
<p>Aber vom Handelsblatt selbst kommt auch ein konstruktiver Vorschlag, nämlich häufiger auch einmal gegen den Mainstream zu schwimmen. Torsten Rieke <a href="http://www.handelsblatt.com/_d=HB041009318,_p=1174,_t=ft_archive" target="_blank">hat dazu formuliert</a> (paid content):</p>
<blockquote><p>“[D]en Wirtschaftsjournalisten, eine Art &#8220;institutionellen Leerverkäufer&#8221; in den Redaktionen zu installieren. Gemeint ist damit ein journalistischer Advocatus Diaboli, der grundsätzlich die Gegenposition vertritt. Ein Vorschlag, der auch von einer neuen Studie der Otto-Brenner-Stiftung über das Versagen der Wirtschaftsmedien unterstützt wird. Durch ein solches Korrektiv lässt sich verhindern, dass auch Journalisten kritisches Wissen ignorieren und wie die Lemminge dem Zeitgeist hinterherlaufen.”</p></blockquote>
<p>Anfangen könnte der Advocatus Diaboli damit, Apple und Steve Jobs zu entzaubern, denn die jüngste penetrant unkritische Berichterstattung über die neue elektronische Schiefertafel aus Cupertino, könnte eine Ursache der Medienkrise deutlich machen: Die mangelnde Unterscheidbarkeit der Premiummedien. Ich habe nicht einen Beitrag eines Journalisten gefunden, der sich einmal gefragt hat, was denn die eigenen Kollegen hier treiben. Und Journalisten, <a href="http://gutjahr.biz/blog/2010/04/humbled/" target="_blank">wie etwas Richard Gutjahr</a>, glauben, sich in kindlicher Naivität dadurch profilieren zu können, dass sie als erster in der Schlange vor dem Apple Store in New York einen iPad ergattern.</p>
<p>Mich erschreckt es, dass es auf der Medienseite kaum eine inhaltliche Reflektion oder gar eine ernsthafte Betrachtung der Leserbedürfnisse stattfindet. Ist schon einmal jemanden aufgefallen, dass die öffentliche Mediendebatte hauptsächlich eine Inzuchtdebatte ist. Fast rührend mutet es an, wenn ich lese, wie Verlagshäuser und gestandene Chefredakteure ständig davon schreiben und reden, was ihre Leser wollen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Konsumenten ihrer Produkte findet tatsächlich aber nicht statt.</p>
<p>Das Handelsblatt z.B. engagierte die “Designlegende” “<a href="http://garciamedia.com/blog">Mario Garcia</a>” für den Relaunch der Zeitung und der Webseite. Klar, das Blatt sieht deutlicher frischer aus und ist handlicher auch unterwegs gut zu lesen. Am Stil und den Schwerpunkten der Berichterstattung hat sich freilich wenig geändert. Das Handelsblatt ist bleibt zwar das Leib- und Magenblatt des Blick Logs. Nirgends in der deutschen professionellen Medienlandschaft gibt es so gute Hintergrundartikel zu wirtschaftlichen Themen und insbesondere die Ökonomie-Seiten des Handelsblatt vermitteln eine Tiefe, die ich für einzigartig in der deutschen Tagespresse halte. Dennoch nervt auch hier die “Heldenverehrung” und die ewig gleichen “Experten”.</p>
<p>Zwar kommt auch die Webseite deutlich frischer rüber, leider hat sich hier bisher kaum etwas an den Inhalten geändert. Dabei hat das Blatt mit den Inhalten der Verlagsgruppe ein unglaubliches Potential auch für <a href="http://www.mindmeister.com/29641202/brainstorming-paid-content-by-http-www-blicklog-com" target="_blank">Paid Content</a>, der weiterhin ungehoben bleibt. Ich kenne zwar den Tagessatz von Mario Garcia nicht, dennoch ist der Erfolg des doppelten Relaunch <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1816/steingart" target="_blank">bisher offenbar ausgeblieben</a>. Und auch die Webseite hat, <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/http%3A%2F%2Fwww.handelsblatt.com#trafficstats" target="_blank">glaubt man den Daten von Alexa</a>, durch den optischen Relaunch keine zusätzlichen Besucher angezogen.</p>
<p>Die gleichen Aussagen gelten freilich auch für andere Qualitätstitel, die ebenfalls das 2.0-Zeitalter verschlafen. Wenn man in den Verlagshäusern und Chefredaktionen nun glaubt, der iPad mache alles besser, dann hege ich an dieser Einstellung große Zweifel, wenn man sich inhaltlich und in Nutzen des eigenen Contents nicht kreativer bewegt. Ich schlage dabei dringend vor, bei der Debatte einmal weniger auf die eigene Zunft zu hören, sondern mehr auf die Konsumenten der eigenen Produkte. Es soll ja sogar einige Konsumenten geben, die <a href="http://www.blicklog.com/2009/08/10/paid-content-fr-journalistische-medien-der-blick-log-wrde-ja-zahlen-wenn/" target="_blank">bereit sind, mehr zu zahlen</a>.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.bloggerforum-wirtschaft.de%2Findex.php%2Fschweigen-der-medien-wenig-selbstreflektion-zum-journalismus-in-der-wirtschaftskrise%2F&amp;title=Schweigen%20der%20Medien%20oder%20warum%20ausgerechnet%20der%20iPad%20die%20Medienkrise%20verst%26auml%3Brkt" id="wpa2a_20"><img src="http://www.bloggerforum-wirtschaft.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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