Sorry Mr. Bernanke, die Inflation liegt bei 10,15%

19. Februar 2011
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An der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology werden Preisdaten von 5 Mio. Produkten bei 300 Einzelhändlern in 70 Ländern gesammelt, von Ex-Studenten und Freiwilligen, die ständig die Daten einschicken. Die Daueraktion heißt übrigens „The Billion Prices Project“ und hat schöne Charts, von denen wir hier einen – den über die USA – zeigen. Daten werden übrigens auch für Deutschland gesammelt, sie reichen aber offenbar noch nicht für einen täglichen Preisindex. Einen solchen bietet das MIT für folgende Länder an: Argentinien, Brasilien, Australien, Chile, Kolumbien, Frankreich, Italien, Russland, Türkei, USA und Venezuela.

Die Grafiken sind interaktiv, man kann also schön die Kurve abfahren und bekommt für jeden Tag einen Indexwert angezeigt. Der zeigt für die USA am letzten Tag des Jahres 2010 exakt 101,122 Indexpunkte. Am 17. Februar 2011 – diese Woche am Donnerstag – zeigte der Index bereits 102,3914 Punkte an. Das ist ein Anstieg von 1,2694 Punkten, der Anstieg für die ersten sechs Wochen des Jahres. Wenn man das annualisiert, also erst durch 6 teilt und dann das Ergebnis Mal 4 nimmt, um auf einen Monat zu kommen, und schließlich mit 12 Monaten multipliziert, dann ergibt sich eine Jahresinflationsrate von 10,15%.

Schmeißt endlich Bernanke raus, liebe Amerikaner, der Mann hat sowieso langsam einen richtigen Genozid auf dem Gewissen. Weltweit wurden laut der Weltbank seit Juni 2010 satte 44 Mio. Menschen durch höhere Nahrungsmittelpreise in die Armut getrieben. Ganz zu schweigen von den Opfern der vielen Demonstrationen, mit denen ungezählte Menschen derzeit um Freiheit, Würde und erschwingliche Lebensmittel kämpfen.

Dieser Preis ist nicht akzeptabel. Lässt uns als nächstes der Wall Street endlich strengere Regeln für ihre Spielzeuge geben. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens die Europäer mehr in diese Richtung puschen, aus Amerika ist nicht mehr als das Wenige zu erwarten. Warum, kann man übrigens schön im neuesten Artikel von Matt Taibbi nachlesen. Das ist der investigative Journalist, der beim Rolling Stone arbeitet und Goldman Sachs als die „Vampir-Krake im Angesicht der Menschheit“ bezeichnet hat.

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