Sie treffen den Hasen oder die Ente nicht?

26. August 2010
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German infantrymen practice building clearance...
Image via Wikipedia

Mit den Newslettern ist das ja so eine Sache. Schnell eingetragen, dauerhaft davon genervt. Soweit die Kundenperspektive. Aus Unternehmenssicht spannend bleibt die Frage: Wann ist der Newsletter „gut“? D.h., er hat zumindest die Chance, gelesen zu werden, weil er thematisch, inhaltlich und optisch den Nerv des Empfängers trifft – und das idealerweise zur richtigen Zeit: Wenn der Konsument gerade in Kauflaune ist. Mit der Aufgabe, Newsletter optimal zu gestalten, sind ganze Heerscharen von Textern, Werbefachleuten, Bildgestaltern, Programmierern und sonstigen Cracks beschäftigt (ganz abgesehen von mindestens ebenso großen Heerscharen von Anwälten, die nichts Blöderes zu tun haben, als werbenden Unternehmen ihre Newsletter und deren E-Mail-Versand aus pseudorechtlichen Gründen um die Ohren zu hauen). Das alles zu dem einen Zweck: Cash hereinzuholen. In jüngster Zeit positiv als Ratgeber dazu aufgefallen ist mir jüngst ein Beitrag auf Copyblogger, den ich hier nur wärmstens empfehlen kann.

Heute nun stoße ich aber auf einen Newsletter, der es wie keiner sonst im vergangenen Jahr geschafft hat, meine Aufmerksamkeit in den Bann zu ziehen. Der war wiederum so klasse getextet, daß ich spontan dachte: Jetzt will ich doch unbedingt auch mal zur Waffe greifen. Aber lesen Sie selbst – ich zitiere wörtlich – ach so, und mache darauf aufmerksam, daß ich hier nur zitiere, weil ich positiv beeindruckt bin 😉 (Namen des echten Empfängers sind natürlich unkenntlich gemacht, Hervorhebungen durch den Verf.).

„Wir laden Sie herzlich ein,
sehr geehrter Herr Soundso,

Bewegungsschießanlage in Amerdingen

Möchten Sie den hohen jagdlichen Anforderungen gewachsen sein? – Dann nutzen Sie die Möglichkeit, auf einem in Bayern einzigartigen Bewegungsschießstand Ihre Schießfertigkeiten zu trainieren.

Jagdliches Bewegungs-Schießen – auf realistische Entfernungen trainieren (kein Schießkino!)

Kaliberberatung
Bewegungsschießen auf Schwarzwildscheiben auf realistische Entfernungen mit Jagdkalibern ab 7 mm bis 9,3×64
Reaktionsschießen mit Jagdkalibern uvm.
Spezielle Drückjagdwaffen mit entsprechenden Visierungen stehen kostenlos zur Verfügung (nur Munitionsverbrauch wird berechnet).
Jagdliches Kurzwaffenschießen kann mitgebucht werden.

Jagdliches Kurzwaffen-Schießen

Fangschusstraining mit fangschusstauglichen Kalibern.
Es wird auf stehende und bewegliche Ziele geschossen.

Jagdliches Flintentraining
Sie treffen den Hasen oder die Ente nicht? – Sie fragen sich, warum Sie einen Hochschuss hatten? Oder einen Tiefschuss? Oder weshalb Sie hintendran waren? Passt der Anschlag nicht? Schaft zu lang oder zu kurz? Dann nehmen Sie am jagdlichen Flintentraining teil.

Freie Termine und Preise finden Sie hier!

Anmeldungen per E-Mail oder telefonisch bei Frau B.: 089 / 29 00 02-0

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Ihr Frankonia-Team“

_______________________

Na, wenn das kein Text ist. Bei einem solchen Text geht doch jedem potentiellen Amokläufer das Herz auf. Gut, Jagd gehört halt einfach dazu. In Bayern sowieso – und daß die Jäger zu den völlig Unverstandenen unserer politisch korrekten Zeit gehören, ist eh klar. Fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, daß man auf so einer Schießanlage ja übrigens viel besser üben kann, als etwa den abgegammelten Anlagen der Bundeswehr (die ja eigens zum Üben inzwischen nach Somalia oder Afghanistan reisen müssen, was für ein Höllenaufwand). Kein Wunder auch, daß Frankonia auf der Website damit wirbt: „Heiß begehrt und daher fast immer ausgebucht“. Nun bin ich kein blöder Zivi und hab‘ ordentlich gedient, aber beim Ballern doch ein bißchen aus der Übung und frage auf diese Weise einfach mal höflichst an: Liebes Frankonia-Team, jetzt, wo der Guttenberg die Bundeswehr zerlegt und bald eh keiner mehr was für’s Land mit Blei und Flinte tun will: kann man für unsere Wirtschaftsblogger hier auf dem Forum nicht auch mal einen Probeschießtag veranstalten, von dem wir dann ausführlich berichten?

Denn wie heißt es so schön auf der Frankonia-Website: „Möchten Sie den hohen jagdlichen Anforderungen gewachsen sein? – Dann nutzen Sie die Möglichkeit, auf einem in Bayern einzigartigen Bewegungsschießstand Ihre Schießfertigkeiten zu trainieren. In einem speziell entwickelten Ausbildungsprogramm, in welches jahrelange Erfahrungen aus verschiedenen Schießtrainings eingeflossen sind, verfeinern Sie Ihre Schießfertigkeiten beim stehenden freihändigen Schießen auf jagdliche, bewegte Ziele!“ Was für eine Herausforderung für Journalisten – welch viel größere für uns Wirtschaftsblogger. Denn Enten treffen, oder leichtfüßige Hasen aus der Welt der Wirtschaft – das wollen wir doch alle!!!!

Ach so, Service:

Schießclub Graf von Stauffenberg e.V.
Bollstädter Straße
86735 Amerdingen

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2 Responses to “ Sie treffen den Hasen oder die Ente nicht? ”

  1. Markus St. on 27. August 2010 at 09:08

    Das ganze findet also im:

    Schießclub Graf von Stauffenberg e.V.

    statt?! Was für eine Pointe!

  2. Detlef Korus on 27. August 2010 at 09:10

    So ist es wohl tatsächlich 😉

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