Reminder zur Preispolitik für künftigen Lufthansa-Chef: Kunden nicht auf Arm nehmen

26. September 2010
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Christoph Franz ist zum Nachfolger des im nächsten Jahr scheidenden Wolfgang Mayrhuber gewählt worden. Vielleicht arbeitet der ehemaliger Swiss-Chef ja bereits an einer Checkliste für die ersten To Dos seiner Amtszeit. Einen Hinweis für diese Liste hätte ich: Nehmen Sie doch bitte Ihre Kunden ernst und vereinfachen die über die Internetseite kommunizierte Preispolitik.

In der abgelaufenen Woche wollte ich einen Flug von Paderborn nach London Heathrow im Dezember für zwei Personen buchen. Der Flugpreis pro Person beträgt lt. des Internetbuchungssystems 53.00 €. Das klingt preiswert, eigentlich zu preiswert für die Lufthansa. Rechts  neben dem Feld des Flugpreises folgt ein weiteres Feld mit Steuern, Gebühren & sonstige Zuschläge. Summe: 152,48 €.

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Dies soll offenbar den Eindruck erwecken, die Lufthansa hätte keinen Einfluss auf die Höhe dieser Posten und reicht einfach nur Fremdentgelte weiter. Das dürften aber mitnichten der Fall sein.

Immerhin, dem interessierten Kunden schlüsselt díe Kranich-Airline nach einem Klick auf ein Fragezeichen die einzelnen Positionen auf. Dort findet man dann folgende Aufstellung:

Treibstoff- und Sicherheitszuschlag EUR 68,00

Fluggastabgabe (APD) EUR 14,19

Passagier Servicegebühr Inland EUR 15,65

Flughafensicherheitsgebühr EUR 6,58

Passagier Servicegebühr Inland EUR 5,09

Passagier Servicegebühr EUR 27,71

Passagier Servicegebühr International EUR 15,26

Am Ende wird dann auf die Gesamtbuchung eine Ticket Service Charge in Höhe von 20 € berechnet. So wird dann flux aus 53 € 225 €. Ich will mich nicht über den Gesamtpreis beschweren, denn für Kurzstrecken bin ich bei kurzfristiger Buchung ganz andere Preise gewohnt. Nur Leider versäumt es die Fluglinie, die einzelnen Positionen zu erläutern. Daher kann man nur mutmaßen, was sich hinter den einzelnen Positionen verbirgt.

Treibstoffzuschlag? Wurde der nicht einmal eingeführt, als die Rohölpreise explodiert sind? Da wurde wohl vergessen, diesen Zuschlag mit dem Einbruch des Schwarzen Golds wieder zurück zu nehmen. Sicherheitszuschlag und Flughafensicherheitsgebühr? Irgendwie hatte ich das für Standards gehalten. Autohersteller berechnen ja auch nicht extra für Hand- und Fußbremse beim Verkauf ihrer Autos. Und überhaupt, wieso eigentlich Gebühr? Gebühren bringe ich in Verbindung mit von Behörden erhobenen Entgelten, die eine Art hoheitlichen Charakter haben.

Fluggastabgabe? Das soll wohl irgendwie an die beschlossene Luftverkehrsabgabe erinnern. Diese wird zwar schon jetzt erhoben

Neben den vier verschiedenen Servicegebühren wird dann noch eine Service Charge für die Internetbestellung kassiert. Ich erhalte also keine Belohnung dafür, dass ich mir den Flug selbst heraus suche und meine Daten selbst erfasse, sondern zahle für die Bequemlichkeit der Internetbestellung.

Ich bin mit der Service der Lufthansa sonst zufrieden und habe hier und heute wenig zu meckern. Aber mit dieser Preisangabenpolitik fühle ich mich als Kunde auf den Arm genommen. Nötig hat dies die Lufthansa übrigens nicht.

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