Philly Fed Index-Crash

17. Juni 2010
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Wichtiger Aktivitäts-Index der Fed bricht im Juni drastisch ein

Autsch !, das tut der “Erholung” weh. Die Fed in Philadelphia meldet am Donnerstag, dass sich der “Diffusion Index of Current Activity” – das breiteste Barometer für den gewerblichen Sektor – “deutlich verschlechtert” habe. Der Einbruch ist in der Tat etwas furchterregend, von 21,4 im Mai auf schlappe 8,0 im Juni.

Dieser Index war zuvor vier Monate in Folge angestiegen, was die Wall Street stets mit Kursaufschlägen feierte. Doch der Rückgang im Juni wirft den Index auf einen Schlag zurück auf den schwächsten Stand in 10 Monaten. 

Aus dem folgenden Zitat der Pressemeldung, die die Notenbank mit den Zahlen publizierte, geht hervor, was den Währungshütern besondere Sorge bereitet: Nachlassende Fabrikauslieferungen und wachsende Vorratslager: 

“Although still positive and suggesting growth, indexes for new orders and shipments showed a mixed pattern this month — the new orders index increased 3 points, while the shipments index decreased 2 points. The current inventory index increased 13 points and moved back from a negative reading into positive territory, suggesting an increase in inventories this month.”

Doch das war nicht alles. Vor allem an der Jobfront gibt es schlechte Nachrichten aus dem Steh-aufmännchen-Land USA: Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosigkeit stieg in der vergangenen Woche auf 472.000 an. Im Klartext: Trotz der gemeldeten Erholung streichen die Firmen unter dem Strich fleißig weiterhin Jobs.

In dem Text der Philly Fed liest sich das so: 

“Until this month, firms’ responses had been suggesting that labor market conditions were improving, but indexes for current employment and work hours were both slightly negative. For the first time in seven months, more firms reported a decrease in employment (18 percent) than reported an increase (17 percent).” 

Hier die GRAFIK, die die Philly Fed zu ihren Zahlen aufbereitet hat: 

 

 

Die Enttäuschung der Ökonomen bei der Fed-Filiale in Philadelphia ist hier zwischen Zeilen regelrecht zu greifen: Hatten die Firmen doch bessere Zeiten am Arbeitsmarkt signalisiert, und jetzt brechen gleich zwei Indizes zum Arbeitsmarkt nach unten weg. 

An der Wall Street hieß es in ersten Stellungnahmen, der Markt liebe diese Zahlen nicht. Der DOW ließ sich dennoch kaum einschüchtern und kletterte nach einer Schreckstunde am frühen Nachmittag richtung Nulllinie. Kein Wunder, könnte man als Zyniker sagen: Computer führen ja neuerdings im Handel die Regie, und die können nicht arbeitslos werden.

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