Medienkonvergenz

29. Juni 2010
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The default Home screen of the iPhone 3GS show...
Image via Wikipedia

Soeben überrascht mich mein Google-Alert mit der Facebook-Meldung: 10 Millionen Facebook-Nutzer in Deutschland im Juni 2010 (übrigens in nur sechs Jahren nach Gründung der Seite). Die FAZ sekundiert: 80 % der Führungskräfte nutzen „Social Media“. Apple erfreut uns mit dem Hinweis, allein in drei Tagen 1,7 Millionen iPhone 4 verkauft zu haben. Boa ey.

Der „Stromstoß“ neuer Technologien und Social-Media-Innovationen rings um uns her verändert schon heute die Werbelandschaft für alle Verkäufer. Das Verhalten des Einzelnen, des „Konsumenten“, hat sich mit dem Aufkommen der neuen Kanäle längst verändert – und schon deshalb muss sich die Art und Weise verändern, wie Verkäufer ihr Publikum von morgen erreichen. Längst geht es darum, das Publikum nicht nur zu erreichen. Es geht vielmehr darum, gewissermaßen eine neue Einsicht in das Denken des Kunden zu gewinnen. Je mehr Verständnis für die Bedürfnisse und Interessen des Kunden vorhanden ist, desto besser das Zugangswissen, wie dieser Kunde zu erreichen ist. Weil nun gleichzeitig die Zahl der Navigationsinstrumente, der „Tools“, explodiert, die dem Marketingspezialisten von heute bereits zur Verfügung steht, wird es komplizierter, die Übersicht zu behalten: Wer also tatsächlich lernen will, im Information Overkill nicht unterzugehen, muss zumindest verstehen, wie die Zukunft der Medienkonvergenz aussieht.

In den USA haben Marketing-Psychologen, Technologie-Experten, Zukunftsforscher, Media- und Marketing-Pros wie führende Denker in 2009 unter Beteiligung von The Economist ein Expertenforum gegründet, das sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt. In Deutschland, dem Land der kaum noch denkenden Dichter, sind wir trotz aller verkrampften Bemühungen der Politik, dank der Schirrmacher’schen „Elite“-Verbockshornung, sekundiert von Großverlagen, denen die Felle davonzuschwimmen drohen, noch längst nicht so weit. Zwar tummeln sich auf XING und anderen Plattformen, in Social Media Clubs wie in den elitären redaktionellen Hochburgen durchaus ernstzunehmende Einzelkämpfer wie Nerds, Freaks ,“Gurus“ oder echte Technologie-Experten (und davon gibt es jeweils nicht wenige) – und die Uni Mainz, die ja bereits in Sachen Kommunikationswissenschaften eine führende Rolle spielt, ist auch schon länger an dem Thema dran. Was aber fehlt, zumindest mir bis zum heutigen Tage fehlt, ist genau diese Verknüpfung von fachübergreifendem Ressortwissen, das uns allen helfen kann, zu einem neuen Verständnis von Technologie und Technologie-Anwendung, nicht zuletzt auch im Geschäftsalltag, zu kommen.

Woran liegt das? Nun, meiner Meinung nach vor allem daran, daß wir hierzulande in einer echten Neidgesellschaft leben. Wir gönnen dem anderen einfach nicht, daß er mit seinem Wissen glänzen könnte – und wollen lieber dauernd selbst im Licht stehen. Daß wir, über die Grenzen unseres Tellerrandes hinaus, also auch über Grenzen der jeweils eigenen Organisation, Firma, des Unternehmens hinaus, mit anderen kollaborieren, nicht nur zufällig, sondern strategisch geplant, ohne gleich zu fragen: Und was habe ich davon? – widerspricht unseren bisherigen Gewohnheiten fundamental. Es könnte ja sein, der andere bedient sich kostenlos an unserem Knowhow, um sich damit wieder selbst nach vorne zu bringen. Nun: Was ich denk‘ und tu‘, trau ich ander’n zu – es ist dieses – gewiss nicht gänzlich unbegründete – Misstrauen, das uns zu Konkurrenten macht und damit leider oft die Chancen  verbaut.

Nun will ich hier gar nicht die Moralkeule schwingen – schließlich liegt es an jedem einzelnen (Unternehmen), täglich die eigenen Dispositionen auf den Prüfstand zu stellen, um zu sehen, ob die eigene Marke auch morgen noch marktfähig ist. Wer weiß: Vielleicht ist dies ja der Auftakt zu einem Medienkonvergenz-Expertenforum deutschsprachiger Prägung? Das wäre doch schon mal was – und zum Auftakt wie besseren Verständnis der Thematik sei dieses Video empohlen:

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