Die Mindmap des Banking und Finance 2.0

8. Februar 2011
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Auf dem gestrigen Finance Day der Hamburg School of Business Administration (HSBA) wurde ich u.a. gefragt, was denn eigentlich Banking 2.0 überhaupt ist und welche Rolle es künftig spielen wird. Ich hatte dazu gestern bereits etwas geschrieben. Auf der sehr interessanten Tagung ging vor allem auch um die Zukunft der Unternehmensfinanzierung unter dem künftigen Regime von Basel III. Ein Tenor, der sich durch alle Vorträge zog war, dass sich die Finanzierungstrukturen und –kosten der Unternehmen verändern werden. Dabei werden, so klang dies in einigen Statements an, auch Finanzierungen eine größere Rolle spielen, die von außerhalb des regulierten Bankensektors vergeben und vermittelt werden. Neben Private Equity und Verbriefungen kommt hier Finance 2.0 ins Spiel.

Aber dies soll jetzt kein Tagungsbericht werden. Ich will hier nur meine am Wochenende gestartete Mindmap zur Verfügung stellen, die auf einer Seite erstmalig einen Überblick der Zukunft des Bankings zeigt. Dabei habe ich mich nicht auf die Finanzierungsseite beschränkt, sondern habe in die Struktur auch Anlage, Zahlungsverkehrs- und weitere Dienstleistungen aufgenommen.

Banking 2.0? Hier darf man übrigens gern ein Fragezeichen setzen. Die Aktivitäten verschiedenster Unternehmen haben zwar viel mit Finanzdienstleistungen zu tun. Aber bei einem genauen Blick auf die Spieler fällt auf, dass sich darunter nur eine einzige Bank befindet (die Fidor Bank). Es schicken sich immer mehr Unternehmen von außen an, in die oligopolistischen Strukturen der Finanzdienstleistungen einzudringen. So wagt sogar Facebook den Startschuss in Zahlungsleistungen. Hatte ich im Frühjahr 2010 noch darüber spekuliert, wie Facebook mit Banking 2.0 die Finanzbranche aufmischen könnte, hat Facebook mittlerweile angefangen die damals geäußerte Idee, die riesige Community für Zahlungstransaktionen und mehr zu nutzen, gemeinsam mit Paypal umzusetzen.

Hier jetzt die Mindmap, die noch weit davon entfernt ist vollständig und perfekt zu sein. Aber wie im Web 2.0 üblich, entwickelt sich so etwas. Die Mindmap "Banking und Finance 2.0 kann auch hier abgerufen werden.

Ein besonderes Merkmale der Nutzung der Web 2.0 oder Social-Media-Technologien ist neben der Nutzung neuerer Webtechnologien vor allem eine erweiterte Philosophie im Umgang mit Kunden. Diese zeichnet sich durch offene und möglichst gleichberechtigte Kommunikation, hohe Transparenz über Leistungen und Gegenleistungen sowie Einbeziehung der Kunden in den Leistungsprozess aus. Ein Kern Banking 2.0-Philosophie liegt also darin, Kunden deutlich aktiver in die Leistungserbringung zu integrieren.

Schaut man auf die rechte Seite dieser Mindmap, dann wird schnell deutlich, warum es rein gar nichts mit Banking 2.0 zu tun hat, wenn Finanzhäuser sich lediglich in Sozialen Netzwerken bewegen und Informationen per Twitter versenden oder eine Facebook-Seite betreiben. Wenn diese Kanäle nur als einseitiges Instrument eingesetzt werden, um typische Werbebotschaften Botschaften bei den Zielgruppen zu platzieren (siehe dazu “Allein das Image mit Facebook, Twitter und Blogs aufwerten reicht nicht für Erfolg im Banking 2.0”), dann mag man dies in einigen Häusern zwar für modern halten, tatsächlich bewegt man sich damit aber keinen Millimeter in die Zukunft. Ich empfehle dazu einen Blick in den Beitrag von Lothar Lochmaier zu werfen: “Volksbanken: Partizipatives Fitnessprogramm via Social Media?”. Die darin geäußerte berechtigte Kritik kann man durchaus auf nahezu alle Kreditinstitute übertragen.

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