Deutschlegoland: Gesetzgeber killt Arbeitsplätze per Luftverkehrsabgabe

18. November 2010
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Air Berlin (LTU) Airbus A330-300 (D-AERK) in D...
Image via Wikipedia

Joachim Hunold, Vorstandschef von Air Berlin, hat es heute bei n-tv auf den Punkt gebracht: Die vom Gesetzgeber mit Billigung der sogenannt wirtschaftsfreundlichen Bundesregierung geplante “Luftverkehrsabgabe” vernichtet deutsche Arbeitsplätze und sorgt für einseitige Belastung bei hiesigen Unternehmen. Folge: Die fahren Investitionen zurück.

Es ist schon erstaunlich, daß die großen Strombosse nur mal mit dem Finger schnippen müssen, damit Angela Merkel und ihr wunderbarer Musterschöler Röttgen als Bundesumweltministerchen sofort dafür sorgen, daß die deutschen Stromwucherer weitere kostentreibende Programme umsetzen können, um fette Milliardengewinne einzustreichen, statt diese in den Netzausbau zu investieren.

Soweit, so schlecht. Die deutsche Luftfahrtindustrie aber läßt die physikalisch auf unterstem Kraftniveau angelangte Kanzlerin schlichtweg in rhetorischen Aschewolken versinken – Einsatz für Deutschland: Fehlanzeige.

Der AIR BERLIN-Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold hat heute auf n-tv ausgesprochen, was sonst kaum einer in dieser Deutlichkeit auszusprechen wagt: Die deutsche Luftverkehrsabgabe bringt massive Belastungen für den Konzern. Wörtlich sagte Hunold heute:

“Wir haben das immer adressiert, dass wir diese Luftverkehrsabgabe im Alleingang für Deutschland erstmal sehr unangemessen finden, vor allem weil es wettbewerbsverzerrend ist im Verhältnis zu europäischen Partnern. Aber dann die Ausgestaltung noch: So wie sie jetzt da ist, ist sie ein Eingriff in den Wettbewerb, weil sie natürlich gewisse Elemente rausnimmt, nämlich den Umsteigeverkehr und die Fracht. Da wir ein etwas anderes Geschäftsmodell haben, sind wir eben stärker betroffen.”

Zu Maßnahmen zur Kostensenkung:

“Wir müssen uns auf Kostensteigerungen aufgrund der Luftverkehrsabgabe einstellen. Wir müssen abwarten, wie wir sie an die Passagiere weitergeben können, was der Markt eben hergibt. Da wir sehr vorsichtige Unternehmer sind, haben wir gesagt: Wir reduzieren jetzt erstmal die Kapazität und konzentrieren uns auf sehr ertragreiche Strecken und müssen eben die Strecken, die stark von der Luftverkehrsabgabe betroffen sind erstmal reduzieren.”

Nach dem irischen Billigflieger Ryanair zieht auch Air Berlin Konsequenzen aus der Einführung der Luftverkehrsabgabe und reduziert also sein Flugangebot. Air Berlin werde seine Passagierkapazität mit dem Sommerflugplan 2011 um fünf Prozent reduzieren, erklärte der Chef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, Joachim Hunold. Seine Flugzeugflotte wolle das Unternehmen und sieben Maschinen verkleinern, “anstatt wie ursprünglich geplant aufzustocken”.

Na Bravo, deutscher Deppen-Bundestag! Und wer wundert sich da noch, wenn deutsche Politiker nicht mehr ernst genommen werden?

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